Portugal stellt der Administração dos Portos do Douro, Leixões e Viana do Castelo (APDL) Fördermittel für den Aufbau von Landstrom im Porto de Leixões bereit. Nach Angaben der Programmverwaltung Sustentável 2030 wurde am 21. Oktober 2026 ein Förderverfahren über rund 7,2 Millionen Euro veröffentlicht. Ziel ist der Bau von Onshore-Power-Supply-Systemen, damit Schiffe im Hafen während der Liegezeit Strom aus dem Landnetz beziehen und Bordgeneratoren weitgehend entfallen.
Das Verfahren läuft unter der Referenz PACS-2026-26 und ermöglicht laut Aviso eine öffentliche Kofinanzierung von bis zu 85 Prozent. Es ist dem Programm Sustentável 2030 zugeordnet und stützt sich auf Mittel für Infrastrukturen im transeuropäischen Verkehrsnetz TEN-V (RTE-T). Die APDL verweist in ihren Planungen bis 2035 auf die Elektrifizierung zentraler Anlagen in Leixões als Baustein der Dekarbonisierung des Hafenbetriebs.
Regulatorischer Rahmen ist das Regelwerk zur Infrastruktur für alternative Kraftstoffe, das auf europäischer Ebene mit dem Regulamento (UE) 2023/1804 festgelegt wurde. Es verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2030 in Häfen des TEN-V ein ausreichendes Angebot an Landstrom bereitzustellen. Portugal hat diese Vorgaben in nationale Strategien und Aktionspläne übernommen; dazu zählt der von der APDL ausgearbeitete Fahrplan für die Energiewende der Häfen im Norden.
Erwartet werden eine spürbare Minderung lokaler Luftschadstoffe und Lärmemissionen an Liegeplätzen sowie eine bessere Integration erneuerbarer Erzeugung in die Hafenlogistik. Voraussetzung sind jedoch technische und betriebliche Anpassungen: Netzanschlüsse müssen verstärkt, Mess- und Abrechnungssysteme standardisiert und nutzerfreundliche Tarifmodelle festgelegt werden. Zuständig für das Verfahren ist die Verwaltung des Programms Sustentável 2030; die APDL bereitet parallel die projektspezifischen Genehmigungen und Ausschreibungen vor.
Offen sind der detaillierte Zeitplan, die Auswahl der zuerst auszustattenden Terminals und die Auslegung der Anschlussleistungen für unterschiedliche Schiffskategorien. Laut Programmadministration sollen in den kommenden Wochen die einschlägigen Unterlagen veröffentlicht werden. Bis dahin bleibt der Umfang als Projektrahmen definiert. Der heutige Schritt markiert gleichwohl einen verbindlichen Startpunkt für die Landstromversorgung in Leixões und ordnet sich in den europäischen Pfad zur Emissionsminderung im Seeverkehr ein.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).