Das Instituto Português do Mar e da Atmosfera (IPMA) hat am 7. Oktober 2026 seine vorläufigen Monatsanalysen veröffentlicht und bestätigt für Portugal Continental den heißesten September seit Beginn der Messreihe 1931. Dem Bulletin zufolge lag die mittlere Lufttemperatur bei 23,41 °C; das entspricht der Anomalie +2,91 °C gegenüber der Referenzperiode 1991–2020. Die gemittelte maximale Lufttemperatur erreichte 31,03 °C, die Anomalie der Tageshöchstwerte betrug nach IPMA-Angaben rund 4,21 Grad. Gleichzeitig klassifizierte die Behörde den Monat als sehr trocken: Die akkumulierte Niederschlagsmenge lag bei 12,7 mm, was etwa 30 Prozent des für den September üblichen Wertes entspricht.
Das IPMA beschreibt zwei ausgeprägte Wärmeepisoden. Eine erste traf vor allem das nördliche Binnenland zwischen dem 2. und 7. September. Eine zweite, stärkere Phase zwischen dem 18. und 27. September wurde in rund 72 Prozent der Messstationen registriert. Infolge dieser Episoden verzeichnete das Netz neue stationsbezogene Extremwerte: 18 Rekorde bei den Monatsminima und 15 Rekorde bei den Monatsmaxima der Lufttemperatur. Die Analyse betont, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handelt; die abschließende Qualitätssicherung und die finale Auswertung sollen Mitte Oktober 2026 vorliegen.
Auch auf den autonomen Regionen zeigten sich markante Abweichungen. Auf den Azoren war es einer der wärmsten September seit 2000. Auf Madeira wurden an einzelnen Stationen langjährige Monatsrekorde überschritten. Regionale Unterschiede bleiben jedoch ausgeprägt, insbesondere in Relief- und Küstennähe.
Die meteorologischen Werte haben unmittelbare Folgen. Für Landwirtschaft und Wasserversorgung erhöht ein sehr trockener, heißer Monat die Spannungen auf bereits belasteten Böden und Reservoiren; das IPMA verweist deshalb auf ein erhöhtes Potenzial für Wald- und Vegetationsbrände. Gesundheitsbehörden mahnen Vorsicht an: Die Direção-Geral da Saúde (DGS) dokumentierte in der Woche vom 21. bis 27. September hitzebedingte Auswirkungen bei besonders gefährdeten Gruppen und verweist auf die Bedeutung einfacher Schutzmaßnahmen während Hitzephasen.
Für die klimatologische Einordnung bleibt die Referenzperiode 1991–2020 maßgeblich. Das IPMA betont, dass kurzfristige Monatsabweichungen noch keine endgültigen Aussagen über langfristige Trends erlauben; hierfür seien längere Reihen und vollständige Datenvalidierungen erforderlich. Gleichwohl unterstreicht der neue Septemberrekord die anhaltende Erwärmungstendenz auf der Iberischen Halbinsel und die Notwendigkeit, Vorsorge- und Anpassungspläne für Hitzewellen, Wasserknappheit und Brandrisiken weiterzuentwickeln.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).