Kultur

Sara Barros Leitão startet in Braga Nós, Sozinhas über die Abtreibungsentkriminalisierung

Die Schauspielerin und Regisseurin Sara Barros Leitão bringt am 18. September im Theatro Circo in Braga das Monologstück Nós, Sozinhas zur Premiere; es tourt anschließend durch Portugal und nimmt die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs zum…

Im Theatro Circo in Braga feiert am 18. September das Monologstück Nós, Sozinhas von und mit Sara Barros Leitão Premiere. Das Bühnenprojekt verbindet persönliche Zeugnisse mit dokumentarischen Elementen zur Geschichte der Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in Portugal und macht Erinnerungsarbeit und Gegenwartsbezug zum zentralen Motiv. Geplant ist eine landesweite Gastspielreihe in städtischen Theatern.

Die Inszenierung ordnet individuelle Erfahrungen in eine historische Erzählung ein. Ausgangspunkt ist ein Vers der Schriftstellerin und Aktivistin Maria Teresa Horta, der im Programm als Referenz genannt wird. Leitão arbeitet mit Probenrecherchen, öffentlichen Gesprächen und Kooperationen, die die künstlerische Perspektive mit Zeitzeugnissen und Archivmaterial verbinden. Produziert wurde Nós, Sozinhas in Koproduktion mit mehreren Bühnen, darunter Teatro Viriato in Viseu, Cineteatro Louletano in Loulé und das Teatro Académico Gil Vicente in Coimbra.

Thematisch blickt das Stück auf die politisch und gesellschaftlich umkämpfte Reform, die den rechtlichen Rahmen für die Interrupção Voluntária da Gravidez prägte. Es erinnert an die zivilgesellschaftliche Mobilisierung der 1990er und 2000er Jahre, an öffentliche Kampagnen und an die Spannungen zwischen medizinischer Praxis, Recht und Moral. Programminformationen der beteiligten Häuser verweisen darauf, dass 2027 der zwanzigste Jahrestag der Entkriminalisierung ansteht. Vor diesem Hintergrund versteht sich die Produktion als Beitrag zu einer erneut aufflammenden Debatte über Zugang, Versorgung und Gewissensvorbehalte im Gesundheitswesen.

Der Auftakt in Braga ist in den Spielplandaten des Theatro Circo ausgewiesen; weitere Termine sind in Partnerhäusern angekündigt. Die künstlerische Leitung liegt bei Sara Barros Leitão, die in Portugal als Schauspielerin, Autorin und Regisseurin für dokumentarisch geprägte Theaterarbeiten bekannt ist. Inhaltliche Zuspitzung und persönliche Perspektiven sollen, so die Programmbeschreibungen, die Distanz zwischen politischem Verfahren, juristischen Texten und individuellen Lebensläufen verringern.

Mit der Konzentration auf Erfahrungsberichte und auf die Verdichtung historischer Wegmarken richtet sich Nós, Sozinhas an ein Publikum über die Theatercommunity hinaus. Die Produktion setzt nicht auf Thesen, sondern auf das Nebeneinander von Erzählungen, das moralische Konflikte, Versorgungsrealitäten und lange Zeit unsichtbare Netzwerke sichtbar macht. Dass die Tournee mehrere Regionen einschließt, verleiht dem Projekt Relevanz über Braga hinaus und verankert die kulturpolitische Auseinandersetzung landesweit.

Die Premiere ist ein aktueller Anlass mit landesweiter Bedeutung, weil sie ein rechtlich und gesellschaftlich weiterhin umstrittenes Thema mit dokumentarischem Anspruch aufgreift und öffentlich verhandelt.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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