Umwelt

Rewilding Portugal wirbt um Förderung für Biberrückkehr am Douro

Die Naturschutzorganisation stellt ein Renaturierungsprojekt am Douro Internacional vor und nimmt an einer internationalen Auswahlrunde teil. Ziel ist es, Flussräume für eine natürliche Rückkehr des Europäischen Bibers zu ertüchtigen – ohne Aussetzungen.

Rewilding Portugal hat am 6. November ein Projekt für Flussrenaturierungen im Schutzgebiet Douro Internacional vorgestellt und bewirbt sich damit um internationale Fördermittel. Im Mittelpunkt stehen die ökologische Aufwertung von Uferzonen, der Rückbau obsoleter Querbauwerke und die Verbesserung der Durchgängigkeit, damit sich der Europäische Biber bei einer natürlichen Ausbreitung aus Nachbarregionen wieder in Portugal ansiedeln kann. Die Organisation nimmt mit dem Vorhaben an einer Auswahlrunde der European Outdoor Conservation Association teil.

Nach Angaben von Rewilding Portugal geht es ausdrücklich nicht um Aussetzungen oder Translokationen, sondern um die Vorbereitung geeigneter Lebensräume. Dazu zählen strukturreiche Weichholzauen, standorttypische Bepflanzungen sowie Maßnahmen zur Wasserretention in Nebenarmen und Auenbereichen. Solche Eingriffe sollen natürliche Wanderbewegungen erleichtern, falls sich Bestände von Norden oder von der spanischen Seite des Flusssystems auf portugiesisches Gebiet ausdehnen. Bereits 2025 hatte Rewilding Portugal die Anwesenheit einzelner Tiere nahe der Grenze dokumentiert.

Der Europäische Biber gilt als Schlüsselart, die durch Dämme und Grabensysteme die Gewässermorphologie beeinflussen und so Rückhalt für Wasser, mehr Habitatvielfalt und höhere Resilienz der Flusssysteme bewirken kann. Erfahrungen aus Westeuropa zeigen ökologische Verbesserungen, zugleich aber lokale Nutzungskonflikte – etwa an landwirtschaftlichen Flächen oder in forstwirtschaftlich genutzten Uferbereichen. Fachlich empfohlen werden daher adaptives Management, kontinuierliches Monitoring und frühzeitige Einbindung der betroffenen Gemeinden.

Für die Umsetzung in Nordostportugal wären Abstimmungen mit staatlichen Stellen notwendig, darunter das Instituto da Conservação da Natureza e das Florestas und die Agência Portuguesa do Ambiente, die für Schutzgebietsverwaltung, Gewässerbewirtschaftung und Genehmigungen zuständig sind. Rewilding Portugal verweist außerdem auf Partnerschaften im Netzwerk Rewilding Europe und auf die Möglichkeit privater sowie europäischer Kofinanzierung.

Der aktuelle Nachrichtenanlass ist die öffentliche Bewerbung um internationale Förderung. Konkrete Bewilligungen oder staatliche Entscheidungen liegen nach derzeitigem Stand nicht vor. Damit bleibt der weitere Verlauf abhängig von der Auswahl der European Outdoor Conservation Association, von technischen Detailprüfungen sowie von lokal akzeptierten Konfliktlösungen – etwa Schutzvorkehrungen an landwirtschaftlicher Infrastruktur. Unabhängig von der Finanzierungsentscheidung verweist das Projekt auf eine überregionale Herausforderung: die Anpassung von Wasserlandschaften an Dürrerisiken, die Stärkung natürlicher Ökosystemleistungen und die grenzüberschreitende Abstimmung in einem Flusseinzugsgebiet, das Portugal und Spanien gemeinsam nutzen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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