Wirtschaft

Regierung stellt bis zu 12 Millionen Euro für Douro-Winzer ohne Absatz bereit

Der Ministerrat beschloss am 4. September 2026 ein befristetes Hilfsprogramm von bis zu 12 Millionen Euro für Erzeuger in der Região Demarcada do Douro, die ihre Trauben in der laufenden Kampagne nicht vermarkten konnten.

Der Ministerrat hat am 4. September 2026 ein befristetes Unterstützungsprogramm von bis zu 12 Millionen Euro für Weinbaubetriebe der Região Demarcada do Douro beschlossen. Das gab António Leitão Amaro, Minister der Präsidentschaft, nach der Sitzung bekannt. Die Hilfe richtet sich an Erzeuger, die in der Kampagne 2026–2027 sowie in Teilen der Kampagne 2025/2026 Trauben nicht absetzen konnten und dadurch Einkommenseinbußen erleiden.

Nach Regierungsangaben sollen die Mittel direkt an die betroffenen Produzenten fließen. Aus Regierungs- und Branchenkreisen heißt es, dass die Bemessung voraussichtlich bei etwa 0,50 Euro pro Kilogramm nicht vermarkteter Trauben liegt. Die endgültigen Anspruchskriterien und Sätze werden per Portaria festgelegt und nach Veröffentlichung verbindlich. Parallel kündigte das Landwirtschaftsministerium an, Genossenschaften über eine zusätzliche Kreditlinie zu stützen, um akute Liquiditätsengpässe während der Ernte zu vermeiden.

Die Maßnahme wird im Kommuniqué des Ministerrats als außerordentliche Unterstützung begründet. Sie ergänzt bekannte Interventionsinstrumente wie die Destillationshilfe, die in früheren Kampagnen zur Marktentlastung eingesetzt wurde. Die Veröffentlichung der einschlägigen administrativen Akte im Diário da República steht bevor; erst damit werden Auszahlungsabläufe, Nachweise und Fristen rechtsverbindlich.

Regionale Akteure reagierten teils kritisch. Die Vereinigung Lutar pelo Douro bezeichnete das Paket als unzureichend und warnt, die Entscheidung verschiebe strukturelle Probleme nur in die Zukunft. Winzerverbände drängen auf klare, einfache Regeln zur Anspruchsprüfung und auf schnelle Auszahlungen. Branchenvertreter verweisen darauf, dass viele Betriebe ohne rasche Liquidität ihre laufenden Verpflichtungen in der Ernte nicht bedienen können.

Die Regierung betont den temporären Charakter der Unterstützung. Längerfristige Herausforderungen – von der Absatzförderung bis zur Marktstabilisierung – würden in einem weitergehenden Maßnahmenplan für den Douro adressiert. Unklar bleibt bis zur Veröffentlichung der Portaria, welche Belege für nicht vermarktete Mengen anerkannt werden, welche Obergrenzen je Betrieb gelten und bis wann Anträge einzureichen sind. Nach Regierungsangaben sollen diese Punkte in den kommenden Tagen präzisiert werden.

Mit dem Beschluss setzt das Kabinett kurzfristig am aktuellen Engpass an. Ob die anvisierten 12 Millionen Euro und der angenommene Zuschlag von rund 0,50 Euro pro Kilogramm die erwarteten Verluste abfedern, hängt von der zügigen Umsetzung und der konkreten Ausgestaltung der Kriterien ab.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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