Wirtschaft

Regierung rechnet 2027 mit kleinerem Haushaltsüberschuss

Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento kündigt für 2027 einen weiterhin positiven, aber geringeren Budgetsaldo an als den 2025 erzielten Überschuss von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Portugal wird nach Einschätzung der Regierung auch 2027 einen positiven Staatshaushalt ausweisen, allerdings mit einem kleineren Überschuss als 2025. Das sagte Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento am 20. September in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur Lusa. Als Vergleichsgröße nannte er den Haushaltsüberschuss von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2025. Konkrete Zielwerte für 2027 legte er nicht vor.

Zur Begründung verweist das Finanzministerium auf mehrere Faktoren: anhaltend erhöhte Energie- und Treibstoffpreise, mögliche Versorgungsrisiken im Gasbereich sowie die fortlaufende Abwicklung von Mitteln aus dem Plano de Recuperação e Resiliência, dem portugiesischen Wiederaufbau- und Resilienzplan. Zudem wirkten bereits beschlossene fiskalische Maßnahmen in das Jahr 2027 hinein und führten temporär zu Mindereinnahmen, während Personal- und Investitionsausgaben steigen könnten.

Die Einschätzung deckt sich mit jüngeren Analysen des Conselho das Finanças Públicas. Die unabhängige Haushaltsinstitution bestätigt für 2025 einen Überschuss von 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und weist darauf hin, dass Überträge aus 2025 die Salden der Folgejahre beeinflussen. In Unterlagen zur Vorbereitung des Orçamento do Estado werden für 2026 und 2027 zudem befristete Entlastungen auf der Einnahmenseite sowie Mehrausgaben bei Personal und Investitionen skizziert.

Ökonomen betonen, dass die tatsächliche Saldenentwicklung stark von externen Preisbewegungen – insbesondere bei Energie – und vom zeitlichen Verlauf der Ausgaben im Rahmen des Wiederaufbau- und Resilienzplans abhängt. Auch Wechselkurs- und Zinsentwicklung bleiben Unsicherheitsfaktoren. Vor diesem Hintergrund spricht die Regierung bewusst von einem „reduzierten“ Überschuss im Vergleich zu 2025 und vermeidet feste Punktprognosen.

Politisch ist die Aussage ein Hinweis auf die Stoßrichtung der mittelfristigen Haushaltsplanung. Sie ersetzt nicht die formellen Projektionen, die mit der Einreichung des Orçamento do Estado und in den nächsten Berichten des Conselho das Finanças Públicas vorgelegt werden. Bis dahin bleibt offen, wie stark einzelne Maßnahmen und externe Einflüsse den Budgetsaldo in den Jahren 2026 und 2027 tatsächlich verändern. Klar ist jedoch: Die Regierung sieht den Kurs auf Haushaltsdisziplin bestätigt, auch wenn die Polster im Vergleich zu 2025 dünner ausfallen dürften.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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