Umwelt

Regierung prüft neue Wasserzufuhr für Margem Sul – Fokus auf Speicherdauer

Portugal rückt von der Mengenfrage zur Zeitfrage: Wie lange bleibt Wasser im Land verfügbar? Ein aktueller Regierungsauftrag für die Margem Sul und ein Alqueva-Beschluss schärfen den Fokus auf Reserven und Steuerung.

Die portugiesische Regierung richtet die Wasserpolitik stärker auf die Frage aus, wie lange vorhandene Ressourcen im Land gehalten und gesteuert werden können. Aktueller Anlass ist ein Regierungsauftrag vom September 2026: Die Ministerin für Umwelt und Energie beauftragte die Agência Portuguesa do Ambiente und Águas de Portugal, binnen 120 Tagen eine technische Lösung zur Stärkung der Wasserversorgung der Margem Sul des Tejo vorzulegen. Geprüft werden soll auch, ob zusätzliches Oberflächenwasser – etwa aus dem Stausee Castelo de Bode – einspeisbar ist. Diese Frist setzt einen klaren operativen Rahmen für die Versorgungssicherheit im Großraum südlich von Lissabon.

Bereits im Januar 2026 hatte der Ministerrat Beschlüsse zur Steuerung des Empreendimento de Fins Múltiplos de Alqueva gefasst. Kern sind strengere Vorgaben für Speicherreserven und die abgestufte Nutzung in Trockenzeiten. Vorgesehen ist unter anderem eine permanente Reserve von 120 hm³ (rund 120 Millionen Kubikmetern), um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und Nutzungskonflikte zu entschärfen. Der Beschluss ist im Diário da República veröffentlicht und bildet die rechtliche Grundlage für die operative Planung am Guadiana.

Die Agência Portuguesa do Ambiente betont in aktuellen Lagebeurteilungen, dass nicht allein die Oberflächengewässer entscheidend sind. Auch das Grundwasser müsse als strategische Reserve nach Menge und Qualität bewirtschaftet werden. Regionale Unterschiede entlang von Tejo, Guadiana und in Küstenbecken erfordern demnach eine differenzierte Steuerung von Entnahmen, Transfers und Speicherständen. Die regelmäßig aktualisierten Dürre- und Speicherübersichten der Behörde zeigen, dass zeitweilig hohe Füllstände einzelner Talsperren die strukturelle Verwundbarkeit trockener Regionen nicht aufheben.

Politisch verschiebt sich damit der Fokus: Weg von der reinen Bilanzfrage „wie viel Wasser ist da?“ hin zur Dauerfrage „wie lange bleibt es verfügbar und wofür?“. Daraus folgen Investitionsprioritäten für Speicher, Leitungsverbünde und digitale Steuerung, aber auch klare Regeln für Mindestreserven sowie transparente Kriterien bei der Priorisierung zwischen Trinkwasser, Landwirtschaft und ökologischen Durchflüssen. Während Medienberichte den Regierungsauftrag zur Margem Sul dokumentieren, sind zentrale Festlegungen – etwa für Alqueva – im Gesetzblatt und in Kommuniqués der Regierung überprüfbar. Prognosen zu künftigen Speicherständen bleiben angesichts der Wetterlage und regionaler Unterschiede unsicher; belastbar sind hingegen die gesetzten Fristen und die institutionelle Zuständigkeit von Agência Portuguesa do Ambiente und Águas de Portugal.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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