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Regierung lässt Lösungen prüfen, weil Deponien der Algarve fast voll sind

Die Umweltministerin beauftragte die Umweltbehörde mit einer Studie zu Not‑ und Ausbauoptionen; auch die mechanisch-biologische Behandlung wird bewertet.

Die portugiesische Regierung reagiert auf eine zugespitzte Entsorgungslage in der Algarve: Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho kündigte am 30. Oktober in Faro an, die Agência Portuguesa do Ambiente (APA) mit einer unabhängigen Studie zu beauftragen. Sie soll binnen Monaten belastbare Vorschläge vorlegen, wie die Kapazitätskrise der beiden regionalen Deponien Aterro do Sotavento und Aterro do Barlavento entschärft werden kann. Beide Anlagen werden von der regionalen Betreiberfirma ALGAR geführt und gelten nach übereinstimmenden Berichten als nahezu ausgelastet.

Nach Angaben des Ministeriums wird die APA kurzfristige und mittelfristige Optionen systematisch vergleichen: logistische Entlastungen, temporäre Umlenkungen, Kapazitätserweiterungen, gemeinsame interkommunale Abfuhrrouten sowie technische Vorbehandlungsanlagen. Eine zentrale Prüfspur betrifft die von der Umweltorganisation ZERO ins Spiel gebrachte mechanisch-biologische Behandlung (portugiesisch: Tratamento Mecânico e Biológico, TMB). Diese soll organische Anteile und Wertstoffe vorab trennen, um Restmengen und Deponieraumbedarf deutlich zu senken. In die Bewertung einbezogen wird laut Ministerium auch die zuvor diskutierte Option der Abfallverbrennung (portugiesisch: incineração). Alle Varianten sollen einer Umwelt-, Kosten- und Zeitachse-Prüfung unterzogen werden.

Kommunen der Algarve und ALGAR wurden aufgefordert, kurzfristig aktuelle Daten zu Abfallaufkommen, Restkapazitäten, technischen Restriktionen und bestehenden Verträgen zu liefern. Auf dieser Basis will die APA Szenarien mit konkreten Wirkungen, Fristen und Investitionsbedarfen durchrechnen. Erst nach Abschluss der Analyse will die Regierung über eine Vorzugsvariante und mögliche Finanzierungswege entscheiden. Die Ministerin stellte klar, dass die Prüfung ergebnisoffen erfolgt und Entscheidungen keine negativen Auswirkungen für die Bevölkerung haben sollen.

Bis zum Vorliegen der Ergebnisse sollen die Entsorgungswege stabil gehalten und gesundheitliche Risiken vermieden werden. Das Ministerium betont dabei den Vorrang von Abfallvermeidung, Getrenntsammlung und Recycling, um den unmittelbaren Druck auf die Deponien zu mindern. Zugleich wächst der politische Druck: Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinden und Umweltschutz mahnen rasches Handeln an, da ohne Gegenmaßnahmen kurzfristige Engpässe drohen.

Die Lage in der Algarve hat überregionale Bedeutung, weil sie Grundsatzfragen der portugiesischen Abfallpolitik berührt: den künftigen Mix aus Vermeidung, Vorbehandlung, Deponierung und energetischer Verwertung. Der nun beauftragte Faktencheck durch die APA soll eine einheitliche Datengrundlage schaffen, auf der sich technische, ökologische und ökonomische Kriterien transparent abwägen lassen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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