Der Präsident der Republik hat am Morgen des 1. November 2026 „Informationen und Erläuterungen mit allen Details“ zu den nächtlichen Einsätzen der Polícia de Segurança Pública in Lissabon und Porto angefordert. Nach übereinstimmenden Berichten wurden Protestcamps für das Recht auf Wohnen in beiden Städten in den frühen Morgenstunden geräumt. Dabei kam es zu Zusammenstößen, zu Verletzten und zu mehreren Festnahmen.
Die Eingriffe der Polizei betrafen in Lissabon die Praça do Rossio und in Porto die Praça D. João I. Die Polícia de Segurança Pública erklärte in Mitteilungen, Ziel sei die Wiederherstellung der Legalität in öffentlich genutzten Bereichen gewesen, nachdem wiederholte Aufforderungen zur Räumung der Zeltlager unbeachtet geblieben seien. Das Innenministerium würdigte die Einsatzführung und verwies auf vorangegangene Gespräche mit den Organisatoren. Teilnehmerinnen und Teilnehmer kritisierten dagegen ein hartes Vorgehen mit Schlagstöcken und Zwangsmaßnahmen und berichteten von Verletzten sowie von Festnahmen noch in der Nacht.
Der Präsident machte deutlich, dass die zuständigen Stellen umfassend Auskunft zu Zeitpunkt, Entscheidungswegen und eingesetzten Mitteln geben sollen. Parallel forderte die Provedoria de Justiça Informationen zu den Abläufen, den Verantwortlichkeiten und zum Umgang mit Festgenommenen. Aus dem Präsidialamt (Presidente da República) hieß es, die Klärung solle zeitnah erfolgen.
Hintergrund der Einsätze sind seit Oktober andauernde Proteste gegen steigende Mieten und fehlenden sozialen Wohnraum. In mehreren Städten wurden temporäre Camps errichtet, die teils nach Ankündigung, teils nach längeren Gesprächen mit den Behörden geräumt wurden. Laut Polizei sei in der Nacht zum 1. November ein koordiniertes Vorgehen notwendig geworden, um Blockaden zu beenden und die öffentliche Ordnung wiederherzustellen. Aus Sicht der Initiativen stand dagegen die Ausübung des Versammlungsrechts im Vordergrund; sie werfen den Behörden Unverhältnismäßigkeit vor.
Wie viele Menschen verletzt wurden und wie viele Festnahmen erfolgt sind, blieb bis zum Vormittag unklar. Die Regierung kündigte an, die geforderten Berichte vorzulegen. Von ihrer Bewertung hängt ab, ob interne Disziplinarprüfungen, unabhängige Untersuchungen durch die Provedoria de Justiça oder gegebenenfalls staatsanwaltschaftliche Schritte folgen. Klar ist: Die politische Debatte über das Verhältnis von Versammlungsfreiheit, Nutzung öffentlicher Räume und Eingriffsbefugnissen der Sicherheitskräfte dürfte an Schärfe gewinnen, während die Initiativen weitere Aktionen für das Recht auf Wohnen ankündigen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).