Die portugiesische Regierung rechnet nicht mit einer raschen Beruhigung der Wohnungspreise. Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento erklärte am 23. September 2026 in der Assembleia da República, die seit Jahren anhaltende Preisdynamik sei ein strukturelles Problem und werde sich erst mittelfristig den allgemeinen Inflationsraten annähern. Ursache sei vor allem ein anhaltender Angebotsmangel. Die Regierung setze daher auf eine deutliche Ausweitung von Neubau und öffentlichem Wohnraum, so der Minister.
Als zentrale Antwort verweist das Kabinett auf das Programm Construir Portugal sowie auf steuerliche und regulatorische Anreize, die Baukosten senken und Genehmigungen beschleunigen sollen. Offiziell genannt wird zudem eine neue Zielgröße für öffentlich geförderte Wohnungen: Bis Ende des Jahrzehnts sollen 59.000 Einheiten bereitgestellt werden. Ergänzend will die Regierung den Mietmarkt durch steuerliche Erleichterungen und gezielte Zuschüsse stützen.
Unabhängige Institutionen stützen die Diagnose eines strukturellen Ungleichgewichts. Der Internationale Währungsfonds betont die Verknappung durch zu wenig Neubau, demografische Trends und Nachfrageimpulse durch Käuferinnen und Käufer aus dem Ausland. Die Europäische Kommission legte im September 2026 Empfehlungen vor, um Mitgliedstaaten bei der Ausweitung des Angebots und der Nutzung öffentlichen Grunds zu unterstützen. Der Banco de Portugal weist in Analysen seit Jahren auf regionale Engpässe hin, besonders in Ballungsräumen.
Politisch erhöht die Lage den Druck auf Gemeinden und Zentralverwaltung, Bauland zu mobilisieren, Verfahren zu straffen und staatliche Bestände zu aktivieren. Im Parlament wurden parallel Instrumente zur Verwertung von Immobilien der öffentlichen Hand diskutiert. Sozial trifft die angespannte Lage vor allem Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen. In der Debatte stehen daher neben Angebotsprogrammen auch gezielte Mietzuschüsse und Zwischenlösungen für Notfälle.
Sicher ist: Ohne merkliche Angebotssteigerung wird eine Preisstabilisierung kaum erreichbar sein. Die Regierung stellt kurzfristig keine spürbare Entlastung in Aussicht; dies deckt sich mit Einschätzungen internationaler Organisationen. Offen bleibt die Geschwindigkeit der Umsetzung – sie hängt maßgeblich von Planungs- und Genehmigungskapazitäten in den Kommunen sowie von der Investitionsbereitschaft privater und öffentlicher Bauträger ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).