Politik

Portugals Obst- und Gemüseverbände fordern 140 Millionen Euro Staatshilfe

Portugal Fresh, COTHN und FNOP schließen sich der CAP an und verlangen ein sofortiges Paket über 140 Millionen Euro zur Stützung der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Spanien.

Portugal Fresh, das Centro Operativo e Tecnológico Hortofrutícola Nacional (COTHN) und die Federação Nacional das Organizações de Produtores (FNOP) unterstützen die Forderung der Confederação dos Agricultores de Portugal (CAP) nach einem zusätzlichen Hilfspaket in Höhe von 140 Millionen Euro für den Obst‑, Gemüse‑ und Zierpflanzensektor. Die drei Verbände machten ihre Position am 2. Oktober 2026 öffentlich und begründen sie mit einem wachsenden Wettbewerbsnachteil gegenüber Spanien.

Nach Angaben der Verbände weist die Handelsbilanz Portugals im Austausch mit Spanien für Früchte, Gemüse und Schnittblumen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 424 Millionen Euro aus, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Organisationen führen die Entwicklung auf höhere Produktionskosten, strengere nationale Auflagen und verzögerte Kompensationsmechanismen zurück. Das geforderte Paket über 140 Millionen Euro solle gezielt Liquiditätsengpässe überbrücken und Investitionen in Effizienz und Marktanbindung ermöglichen.

Die CAP hatte die Forderung am 28. September 2026 nach einem Treffen ihres Conselho de Presidentes bekräftigt. Eine Delegation der Landwirtschaftsverbände plant, das caderno reivindicativo am 12. Oktober 2026 im Parlament und in der Residenz des Ministerpräsidenten zu übergeben. Die Verbände betonen, dass die beantragten Mittel ergänzend zu bereits beschlossenen Maßnahmen wirken und kurzfristig freigegeben werden müssten, um weitere Marktanteilsverluste zu vermeiden.

Offizielle Reaktionen der Regierung auf die neue Forderung lagen bis Redaktionsschluss nicht vor. Aus dem Frühjahr 2026 datieren Beschlüsse zu sektorübergreifenden Unterstützungsinstrumenten, deren Wirkung die Branchenvertreter als unzureichend für den besonders energie‑ und arbeitsintensiven Hortofrutícola‑Sektor bewerten. Von Regierungsseite wird regelmäßig auf europarechtliche Rahmenbedingungen und Haushaltsgrenzen verwiesen; konkrete Gegenmaßnahmen für den hier adressierten Teilmarkt wurden bislang nicht detailliert angekündigt.

Hintergrund ist ein intensiver Wettbewerb im iberischen Binnenmarkt. Spaniens größere Produktionsskalen, aus Sicht der Verbände günstigere Energie‑ und Lohnkosten sowie logistische Vorteile wirkten sich auf Preise und Lieferfähigkeit aus. Die portugiesischen Akteure argumentieren, ohne kurzfristige Stützung drohten Erzeugeraufgaben, geringere Inlandslieferungen und eine wachsende Abhängigkeit von Importen. Ob und in welcher Form die Regierung auf die gebündelte Forderung von Portugal Fresh, COTHN, FNOP und der CAP eingeht, dürfte sich nach den für Mitte Oktober terminierten Terminen entscheiden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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