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Portugal verzeichnet Rekord bei Verkäufen von Medikamenten gegen Adipositas

SIC Notícias und Observador melden für 2026 einen neuen Höchstwert: Apotheken setzen im Schnitt 731.000 Euro pro Tag mit Abnehmmitteln um. Treiber sind Wegovy und Mounjaro; die Erstattung durch den Staatsdienst bleibt begrenzt.

Portugal meldet einen neuen Höchstwert beim Absatz von Medikamenten gegen Adipositas. Nach Berichten von SIC Notícias und dem Observador setzten Apotheken im laufenden Jahr im Durchschnitt 731.000 Euro pro Tag mit entsprechenden Präparaten um. Die Medien berufen sich dabei auf Marktdaten, die der Associação Nacional de Farmácias zugeschrieben werden. Eine Primärveröffentlichung der vollständigen Datengrundlage stand am Freitag nicht öffentlich bereit; die Tendenz eines Rekordjahres wird jedoch von mehreren voneinander unabhängigen Berichten getragen.

Als wichtigste Treiber nennen die Berichte die breite Verfügbarkeit und Nachfrage nach Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid und Mounjaro mit dem Wirkstoff Tirzepatid. Beide Präparate wurden in Portugal schrittweise eingeführt und haben die Nachfrage über das Normalmaß der Vorjahre hinaus ansteigen lassen. Bereits 2025 war der Markt stark gewachsen: Der Observador hatte Anfang März berichtet, dass im Jahr 2025 mehr als eine halbe Million Packungen mit Abnehmmitteln verkauft worden seien. Die in den Medien zitierten Mengen- und Umsatzzahlen weichen im Detail jedoch je nach Quelle und Abgrenzung voneinander ab.

Klar ist: Der Boom wirft gesundheitspolitische und versorgungstechnische Fragen auf. Die Medikamente werden nach den vorliegenden Darstellungen in Portugal überwiegend nicht durch den Serviço Nacional de Saúde erstattet, wodurch hohe Ausgaben der Patientinnen und Patienten anfallen. Fachgesellschaften und behandelnde Ärztinnen und Ärzte verweisen zudem auf die Notwendigkeit klarer Indikations- und Verschreibungskriterien, um Fehlanwendungen zu vermeiden und vulnerable Gruppen nicht auszuschließen.

Die Arzneimittelbehörde Infarmed hatte 2025 eine Wirkungsfolgenanalyse zur möglichen Erstattung von Adipositasmedikamenten vorgelegt. Darin werden Nutzen, Risiken und haushälterische Auswirkungen einer öffentlichen Beteiligung an den Kosten dargestellt. Politische Entscheidungen über eine breitere Erstattung liegen jedoch weiterhin nicht vor. Parallel beobachtet Infarmed die Sicherheitssignale; in den Berichten ist von gemeldeten unerwünschten Ereignissen die Rede, ohne dass daraus ein neues Risikoprofil abgeleitet wurde.

Für die Bewertung der weiteren Entwicklung sind mehrere Punkte entscheidend: die Verfügbarkeit der Präparate im Großhandel, mögliche Preis- und Erstattungsentscheidungen, die Einbindung nichtmedikamentöser Therapien in strukturierte Versorgungsprogramme sowie die Evidenz zur Langzeitwirkung. Bis zur Veröffentlichung konsistenter amtlicher Jahresstatistiken bleibt die genaue Höhe der 2026 erzielten Gesamtumsätze offen; der nun gemeldete Rekordtrend ist hingegen deutlich belegt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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