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Portugal verliert seit 2021 rund 750 Pflegebetten – Verband warnt vor Versorgungslücken

Der Verband ANCC meldet einen Abbau von etwa 750 Betten in der nationalen Langzeit- und Übergangspflege seit 2021 und fordert rasche Gegenmaßnahmen.

Die Associação Nacional dos Cuidados Continuados (ANCC) hat am 23. September auf einen deutlichen Kapazitätsrückgang in der Rede Nacional de Cuidados Continuados Integrados hingewiesen. Seit 2021 seien landesweit rund 750 Pflegebetten weggefallen, teilte der Verband mit. Allein in diesem Jahr seien nach Angaben der ANCC mehr als 260 Betten aus dem Angebot verschwunden. Der Verband wertet die Entwicklung als Warnsignal für die Versorgung älterer und chronisch pflegebedürftiger Menschen in Portugal und fordert kurzfristige finanzielle und organisatorische Korrekturen.

Als Hauptursachen nennt die ANCC drei Faktoren: Erstens deckten die staatlichen Tagessätze die gestiegenen Personalkosten vieler Einrichtungen nicht mehr verlässlich, was zu wirtschaftlichem Druck und Schließungen führe. Zweitens verzögerten sich Projekte im portugiesischen Aufbau- und Resilienzplan (PRR), wodurch vorgesehene Neubauten und Modernisierungen nicht rechtzeitig in Betrieb gingen. Drittens lösten Träger Verträge auf oder legten Einheiten still, weil der laufende Betrieb unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht tragfähig sei.

Gesundheitsexperten in Portugal verweisen darauf, dass der Abbau stationärer Pflegeplätze direkte Folgen für das Krankenhauswesen des Serviço Nacional de Saúde hat. Wenn Patientinnen und Patienten nach akuter Behandlung nicht zeitnah in Langzeit- oder Übergangseinrichtungen verlegt werden können, verlängern sich Aufenthalte in Akutkrankenhäusern und es steigen die Kosten. Zugleich verlagern sich Betreuungslasten auf Familien, die häufig weder personell noch finanziell darauf vorbereitet sind.

Die Regierung hat in den vergangenen Monaten Fristen und Prioritäten bei PRR-Bauvorhaben angepasst und Zusagen bekräftigt, verfügbare Mittel gezielt für den Ausbau der Pflegeinfrastruktur einzusetzen. Konkrete, kurzfristig wirksame Entlastungen für bestehende Träger bleiben nach Einschätzung unabhängiger Fachleute jedoch erforderlich. Dazu zählen eine Überprüfung der Vergütungsstruktur, die Berücksichtigung regionaler Kostenunterschiede sowie Übergangsfinanzierungen für Einrichtungen, die nachweislich wirtschaftlich unter Druck geraten sind.

Die von der ANCC vorgelegte Bilanz beschreibt keinen Einzelfall, sondern einen fortschreitenden Kapazitätsverlust in der nationalen Pflegekette. Ob die angekündigten Anpassungen greifen, entscheidet sich an Budgetentscheidungen, der zügigen Umsetzung von PRR-Projekten und belastbaren Vereinbarungen mit den Trägern. Für eine stabile Versorgung wird es aus Sicht von Branchenvertretern entscheidend sein, kurzfristige Sicherungen mit einer mittelfristigen Strukturplanung zu verbinden – damit freie Krankenhausbetten nicht dauerhaft durch fehlende Übergangs- und Langzeitpflegeplätze blockiert werden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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