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Portugal verfehlte 2025 Europäische Union-Ziele bei Elektroschrott – Regierung setzt Anreize

Neue Berichte belegen: Portugal blieb 2025 klar unter den EU-Vorgaben zur Sammlung von Elektroaltgeräten. Lissabon kündigt finanzielle Anreize und strengere Kontrolle an.

Portugal hat die für 2025 geltenden EU-Vorgaben zur Sammlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten verfehlt. Das berichtete die Zeitung Público am 21. Oktober 2026 und verweist auf Branchen- und Behördenangaben. Nach übereinstimmenden Darstellungen erreichte Portugal nur etwa die Hälfte der in der Europäischen Union geforderten Quote, die sich an 65 Prozent des Gewichts der in den Vorjahren in Verkehr gebrachten Geräte bemisst. Eine amtliche Abschlussbilanz liegt nicht öffentlich vor, doch die großen Rücknahmesysteme und die zuständige Umweltverwaltung bestätigen die Lücke.

Branchenorganisationen nennen strukturelle Engpässe als Hauptursachen: begrenzte inländische Behandlungs- und Verwertungskapazitäten, Verzögerungen bei Genehmigungen für die grenzüberschreitende Abfallverbringung sowie weiterhin hohe Anteile unsachgemäßer Entsorgung. Electrão meldete zwar 2025 eine Rekordmenge innerhalb des eigenen Verbunds, betonte aber, dass dies die nationale Zielverfehlung nicht kompensiere. Auch ERP Portugal verweist auf operative Hürden und die Notwendigkeit zusätzlicher Sammelstellen sowie effizienterer Logistik. Die Agência Portuguesa do Ambiente sieht neben Kapazitätsfragen Defizite bei der korrekten Rückgabe durch Verbraucher und Händler.

Die Regierung reagiert mit einem neuen finanzielle Anreize setzenden Instrument. Im Diário da República wurde im September 2026 das Sistema de Incentivo Económico Direto bekannt gemacht, das über den Fundo Ambiental finanziert werden soll. Nach dem veröffentlichten Fahrplan startet das System am 1. Dezember 2026 und ist zunächst für 24 Monate angelegt. Es richtet sich an Verbraucher, kommunale Sammelnetze und Herstellerverantwortliche, um die Rückgabe zu erleichtern, Sammelquoten zu erhöhen und Datenflüsse zu verbessern. Parallel sollen Kontrollen der gemeldeten Mengen verschärft und Engpässe bei Genehmigungen abgebaut werden.

Umweltverbände wie ZERO begrüßen zusätzliche Anreize, fordern aber darüber hinaus rasche Investitionen in inländische Aufbereitungskapazitäten und eine engmaschigere Überwachung informeller Ströme. Sie warnen, dass ohne mehr Verarbeitung im Land wertvolle Rohstoffe verloren gehen und die Abhängigkeit von Exporten bleibt. Aus Sicht der Rücknahmesysteme hängt der Erfolg der Reformen davon ab, ob kommunale und gewerbliche Sammelpunkte kurzfristig erweitert werden, ob Produzentenverantwortung konsequent durchgesetzt wird und ob Anreize tatsächlich Verhaltensänderungen bewirken.

Gesichert ist: Portugal blieb 2025 deutlich unter der EU-Vorgabe für Elektroschrottsammlung. Bestätigt ist auch, dass Lissabon mit einem befristeten, über den Fundo Ambiental finanzierten Anreizsystem gegensteuert. Ob die Maßnahmen die Lücke schließen, wird sich an den Sammelergebnissen der Jahre 2026 und 2027 messen lassen.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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