Portugal und Spanien rücken die Wohnungsnot stärker in den Fokus. In Madrid trafen sich am 23. September Vertreter aus Politik, Immobilienwirtschaft und Forschung zu einer Debatte über den Zugang zu bezahlbarem Wohnen auf der Iberischen Halbinsel. Gastgeber der Veranstaltung „Real Estate / Real Life – A Habitação não cabe no Excel“ war CENTURY 21 im Edifício Beatriz. Die Diskussion stellte die wachsende Kluft zwischen Einkommen, Finanzierungskosten und Marktpreisen ins Zentrum – mit unmittelbaren Folgen für Haushalte in beiden Ländern.
Aus Branchensicht verengen gestiegene Zinsen und strengere Kreditstandards den Weg zum Erwerb von Eigentum. Das lenkt zusätzliche Nachfrage in den Mietmarkt, wo ohnehin ein knappes Angebot herrscht. Auf dem Panel wurden diese Trends durch Marktanalysen von CENTURY 21 und Beiträge externer Immobilienökonomen untermauert. Für Portugal hoben Teilnehmer hervor, dass gerade in den mittleren Preissegmenten kaum neue Projekte an den Start gehen, während in den Großstädten die Mieten weiter steigen.
Parallel zu dieser Branchendebatte präzisierte das Instituto da Habitação e da Reabilitação Urbana in Lissabon auf der The District RoadShow 2026 seine Leitlinien. Das Institut warb für eine engere Verzahnung von Staat, Kommunen und privaten Investoren, um schneller mehr Wohnungen zu bauen und Bestände zu mobilisieren. Genannt wurden insbesondere der Ausbau der Angebotskapazität, die Beschleunigung von Genehmigungen durch Bürokratieabbau, Anpassungen im Planungs- und Bodenrecht (RJIGT) sowie gezielte Steueranreize für Projekte mit leistbaren Mieten.
Damit verdichtet sich auf iberischer Ebene ein doppelter Handlungsstrang: Marktakteure drängen angesichts steigender Bau- und Finanzierungskosten auf verlässliche Rahmenbedingungen, während öffentliche Stellen Instrumente für mehr Angebot und sozial ausgewogene Preise schärfen. Offene Punkte bleiben die Geschwindigkeit verwaltungsrechtlicher Reformen, die Ausgestaltung steuerlicher Begünstigungen und der Beitrag öffentlicher Investitionen im Vergleich zu rein privat finanzierten Vorhaben. Zugleich betonen beide Seiten, dass ohne zügigere Verfahren und planungsrechtliche Klarheit der Neubau im bezahlbaren Segment kaum an Fahrt gewinnen dürfte.
Die Ereignisse in Madrid und Lissabon sind durch Veranstaltungsunterlagen und öffentliche Mitteilungen belegt. Sie markieren eine Woche, in der die Wohnungskrise auf der Iberischen Halbinsel erneut gebündelt auf die Agenda kam – mit dem Signal, nationale Ansätze stärker grenzüberschreitend abzustimmen und konkrete Projekte rascher zur Umsetzung zu bringen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).