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Portugal stellt am Sonntag die Uhren um – warum das Land 1996 zur Greenwich-Zeit zurückkehrte

Portugal wechselt am 25. Oktober von Sommer- auf Winterzeit. Der Anlass ruft eine Episode der 1990er Jahre in Erinnerung, als das Land vorübergehend die Mitteleuropäische Zeit übernahm und 1996 wieder zur Greenwich-Zeit zurückkehrte.

Portugal stellt am Sonntag, 25. Oktober, die Uhren auf Winterzeit um. Der wiederkehrende Termin befeuert eine alte Grundsatzfrage: Das Land lebte Anfang der 1990er Jahre mehrere Jahre nach Mitteleuropäischer Zeit – um 1996 wieder zur an Greenwich orientierten Normalzeit zurückzukehren. Die damalige Entscheidung markiert bis heute die Leitplanken für den Umgang mit Zeitumstellungen.

Die Umstellung auf Mitteleuropäische Zeit begann 1992. Damit lagen Sonnenauf- und -untergang sowie Alltagsrhythmen eine Stunde „weiter östlich“ als es der geografischen Lage Portugals entspricht; in den Sommermonaten ergab sich faktisch eine Verschiebung um zwei Stunden. Hintergrund war die europäische Harmonisierung von Beginn und Ende der Sommerzeit und der Wunsch, Abläufe enger an zentrale Handelspartner anzulehnen. Portugal blieb in der Europäischen Union ein Sonderfall: Es änderte den Referenzmeridian seiner gesetzlichen Zeit und machte den Schritt vier Jahre später wieder rückgängig.

Die Rückkehr zur Greenwich-Zeit 1996 folgte einer politischen Abwägung. Kritiker der Mitteleuropäischen Zeit verwiesen auf gesundheitliche Belastungen, dunkle Morgenstunden für Schülerinnen und Schüler sowie praktische Probleme in Landwirtschaft und Verkehr. Befürworter sahen Vorteile für Handel, Logistik und Kommunikation mit Mitteleuropa. Die Regierung in Lissabon wertete die Erfahrungen aus und entschied, dass die westliche Zeitzone der geografischen Lage und den gewohnten Alltagsabläufen besser entspricht.

Rechtlich wird die „Hora Legal“ in Portugal durch Verordnungen festgelegt und fachlich vom Observatório Astronómico de Lisboa dokumentiert. Heute gilt: Festland und Madeira verwenden im Winter die Greenwich-Zeit (UTC) und im Sommer UTC plus eine Stunde. Die Azoren liegen jeweils eine Stunde dahinter. Änderungen erfolgen nicht willkürlich, sondern innerhalb des europäischen Rahmens, der die Umschalttage koordiniert.

Die Debatte ist damit nicht abgeschlossen. In Portugal wie in der Europäischen Union werden regelmäßig energie-, arbeits- und gesundheitspolitische Argumente für oder gegen Zeitumstellungen vorgebracht. Tatsächlich wäre eine dauerhafte Abschaffung der saisonalen Umstellungen oder eine erneute Verschiebung der Normalzeit nur mit einem formalen nationalen Beschluss und im Einklang mit europäischen Vorgaben möglich. Solange dies nicht beschlossen ist, bleibt es beim etablierten Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit – und bei der Greenwich-Zeit als portugiesischer Normalzeit.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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