Umwelt

Portugal startet Konsultation zur ersten Methodik für Blaukohlenstoff

Seit 23. Oktober liegt die Methodik für die Wiederherstellung von Seegraswiesen im Mercado Voluntário de Carbono aus; Stellungnahmen sind bis 22. November über das Portal Participa möglich.

Die portugiesische Regierung hat am 23. Oktober 2026 die öffentliche Konsultation zur ersten nationalen Methodik für Carbono Azul eröffnet. Der Entwurf „Restauro e Conservação de Pradarias Marinhas em Portugal Continental“ ist Teil des Mercado Voluntário de Carbono (MVC) und bis zum 22. November 2026 über das Portal Participa zur Stellungnahme abrufbar.

Laut Regierungsmitteilung wurde die Methodik von ANA – Aeroportos de Portugal, S.A. gemeinsam mit NBI – Natural Business Intelligence, dem Centro de Ciências do Mar der Universidade do Algarve und dem Instituto Mediterráneo de Estudios Avanzados erarbeitet. Die technische Begleitkommission des MVC hat den Vorschlag geprüft und seinen Neuheitswert für die Förderung von Projekten im Bereich Küstenökosysteme hervorgehoben. Ziel ist es, private Mittel für die Wiederherstellung und den Schutz von Pradarias Marinhas zu mobilisieren und gleichzeitig nachprüfbare ökologische Zusatznutzen zu berücksichtigen.

Die Vorlage sieht die Möglichkeit vor, sogenannte „Créditos de Carbono +“ zu vergeben, wenn Projekte neben der Kohlenstoffspeicherung belegbar zusätzliche Vorteile für die biologische Vielfalt erbringen. Die Regierung ordnet die Methodik dem Plano Nacional de Restauro da Natureza zu und verweist auf ihren Beitrag zu naturbasierten Dekarbonisierungsstrategien. Eine förmliche Annahme als gültige MVC-Methodik hängt nach der Konsultation von der Auswertung der Eingaben und der abschließenden Entscheidung der zuständigen Stellen ab.

Für die praktische Umsetzung werden Anforderungen an Monitoring, Reporting und Verifikation (MRV) sowie Vorkehrungen gegen Permanenz- und Verlagerungsrisiken zentral sein. Die Begleitkommission betont, dass klare Kriterien für Baselines, zusätzliche Klimawirkungen und die Behandlung möglicher Verluste durch Stürme oder Sedimentdynamik festzulegen sind. Ebenso wird erwartet, dass soziale und ökologische Schutzmechanismen – etwa zum Schutz von Fischerei- und Nutzungsrechten – präzisiert werden.

Mit der öffentlichen Konsultation erhält die Fachöffentlichkeit die Gelegenheit, Annahmen, Messansätze und Nachweisregeln zu kommentieren und damit die Regulierung für marine Kohlenstoffprojekte in Portugal zu schärfen. Beiträge können von wissenschaftlichen Einrichtungen, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und weiteren interessierten Akteuren eingereicht werden. Der weitere Zeitplan für die Übernahme der Methodik in das Regelwerk des Mercado Voluntário de Carbono richtet sich nach Umfang und Inhalt der eingegangenen Stellungnahmen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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