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Portugal startet Anhörung zur Einstufung der Stierkämpfe als immaterielles Kulturerbe

Das staatliche Institut Património Cultural hat eine 30-tägige öffentliche Konsultation zur Aufnahme der „Corrida de Toiros em Portugal“ in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes eröffnet.

Das staatliche Institut Património Cultural hat am 2. Oktober 2026 eine öffentliche Konsultation zur geplanten Eintragung der „Corrida de Toiros em Portugal“ in das Inventário Nacional do Património Cultural Imaterial gestartet. Die Bekanntmachung wurde im Diário da República veröffentlicht. Der Zeitraum für Stellungnahmen beträgt 30 Arbeitstage und endet laut Mitteilung am 13. November 2026. Eine Entscheidung über die Eintragung soll innerhalb von 120 Tagen nach Abschluss der Konsultation fallen.

In der Verfahrensunterlage wird die Corrida de Toiros als zentrale Ausprägung der professionellen Tauromaquia beschrieben. Unterschieden werden die in Portugal gesetzlich bekannten Formen, darunter die Corrida de Toiros à Portuguesa, die Corrida de Toiros a Pé sowie Mischformen, daneben Novilhadas und weitere geregelte Spektakel. Die Beschreibung verweist auf die formalen Elemente der Veranstaltungen, typische Austragungsorte und die institutionelle Regulierung. Fachliche Referenzen sind auf der Plattform MatrizPCI verzeichnet.

Das nun eröffnete Beteiligungsverfahren folgt einem länger laufenden Prozess, der von Interessenverbänden angestoßen wurde. Genannt wird insbesondere die Associação de Tertúlias Tauromáquicas de Portugal, die Anträge und Materialien zur kulturpolitischen Bewertung eingereicht hat. Die öffentliche Debatte über die Zukunft der Tauromaquia in Portugal währt seit Jahren; politische Initiativen und zivilgesellschaftliche Gruppen vertreten gegensätzliche Positionen zwischen Schutz und Einschränkung. Stellungnahmen in der Konsultation können juristische, ethische, kulturelle und wirtschaftliche Argumente umfassen und werden vom Património Cultural ausgewertet.

Rechtlich begründet ein Eintrag in das nationale Inventar immateriellen Kulturerbes in erster Linie einen offiziellen Anerkennungsstatus. Er entfaltet Sichtbarkeit und kann die Berücksichtigung in Programmen der Kulturförderung und im Tourismus erleichtern. Eine unmittelbare Pflicht zu spezifischen Schutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene leitet sich daraus nicht automatisch ab. Über Art und Umfang möglicher Folgemaßnahmen entscheiden im Anschluss die zuständigen Stellen im Rahmen des geltenden Rechts.

Für die weitere Bewertung des Verfahrens sind die im Diário da República veröffentlichten Originaltexte maßgeblich. Ergänzende Einordnungen durch staatliche Stellen, etwa das Instituto Nacional de Estatística oder die Inspeção-Geral das Atividades Culturais, können nach Abschluss der Konsultation zusätzliche Daten zur Entwicklung und Verbreitung tauromaquischer Veranstaltungen liefern. Bis zur Entscheidung bleiben die Inhalte der Konsultation und deren Auswertung der zentrale Bezugspunkt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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