Portugal und China haben ihre wissenschaftspolitische Zusammenarbeit wieder aufgenommen. Bei der zehnten Sitzung der Gemeinsamen Kommission für Wissenschaft und Technologie in Peking Mitte Oktober legte die portugiesische Seite einen Vorschlag zur gegenseitigen Anerkennung von Hochschuldiplomen vor. Die Regierung in Lissabon bestätigte am 14. Oktober die Wiederbelebung des Gremiums und die Verständigung auf einen Rahmen der Kooperation bis 2030. Eine gemeinsame Absichtserklärung skizziert nächste Schritte, ein rechtlich bindendes Anerkennungsabkommen wurde jedoch nicht unterzeichnet.
Kern des portugiesischen Vorstoßes ist die Einrichtung eines technischen Komitees, das Zuständigkeiten, Prüfkriterien und Verfahren für die Vergleichbarkeit von Abschlüssen erarbeitet. Dazu zählen Regeln für die Bewertung von Studieninhalten, die Zuordnung akademischer Grade sowie abgestimmte Verwaltungsabläufe. Ziel ist es, die Mobilität von Studierenden, Lehrenden und Forschenden zu erleichtern und Doppelbelastungen bei Anträgen zu vermeiden.
Nach Angaben der Regierung sollen 2027 technische Verhandlungen beginnen, die in einen Aktionsplan 2027–2030 münden. Bis dahin bleibt die Anerkennung von Qualifikationen auf bestehende nationale und europäische Regelwerke gestützt. Lissabon verweist darauf, dass im Spätsommer 2026 nationale Bestimmungen zur Vergleichbarkeit von Studienabschlüssen aktualisiert wurden und als Grundlage für internationale Absprachen dienen. Zugleich betonen beide Seiten, dass europäische Vorgaben und Akkreditierungsverfahren einzuhalten sind, damit Entscheidungen rechtskonform und akademisch belastbar bleiben.
Für Hochschulen und Forschungseinrichtungen könnte ein künftiges Anerkennungsregime praktische Wirkungen entfalten. Es würde den Aufbau gemeinsamer Studiengänge und Forschungsprojekte mit chinesischen Partnern erleichtern, die Anerkennung von Studienzeiten beschleunigen und den Austausch in prioritären Themenfeldern strukturieren. Offene Punkte betreffen Verfahren der Qualitätssicherung, die Kompatibilität von Akkreditierungsstandards und die Frage, welche Behörden Entscheidungen treffen und wie sie gegenseitig anerkannt werden.
Die Kommission war seit 2019 ausgesetzt. Mit der jetzigen Sitzung in Peking erhält der Austausch eine verbindliche Arbeitsstruktur zurück, ohne bereits die materiell-rechtliche Anerkennung zu regeln. Die portugiesische Seite nennt die Erstellung eines klaren Fahrplans als nächsten Schritt und verweist auf Folgegespräche im Jahr 2027. Bis zur Vorlage konkreter Vertragsentwürfe bleibt die Umsetzung abhängig von technischen Detailklärungen und der Abstimmung mit europäischen Rahmenbedingungen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).