In Portugal sind seit Jahresbeginn mehr als 42 Tonnen Kokain sichergestellt worden. Das berichtete der öffentliche Rundfunk RTP am 13. Oktober unter Berufung auf Angaben der zuständigen Sicherheitsorgane. Demnach liegt der Zwischenstand rund 60 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Jahres 2025. Die Summe umfasst Aufgriffe an Land, in Häfen und auf See bis einschließlich 13. Oktober 2026.
Mehrere Großfunde in den vergangenen Wochen trugen maßgeblich zu dem Anstieg bei. Die Autoridade Marítima Nacional vermeldete eine gemeinsame Operation von Polícia Marítima und Marinha vor der Algarve am 12. Oktober, bei der rund 3,7 Tonnen Kokain beschlagnahmt wurden. Bereits Anfang Oktober hatten Einheiten der Guarda Nacional Republicana über weitere umfangreiche Sicherstellungen informiert. Die Polizeibehörden führen die Häufung auf intensive Kontrollen maritimer Routen und Knotenpunkte zurück.
Nach Darstellung der Dienste nutzt die organisierte Kriminalität Portugal seit einigen Jahren verstärkt als Transit- und Zwischenlagerungsstandort für Kokainlieferungen aus dem Atlantikraum. Europäische Lageberichte ordnen die aktuellen Funde in ein anhaltend hohes Angebot auf dem EU-Markt ein. Die Europäische Drogenagentur verweist für 2024 und 2025 auf außergewöhnlich große Einzelaufgriffe in mehreren Mitgliedstaaten, die auf veränderte Schmuggelrouten und größere Transportchargen hindeuten.
Die Behörden betonen zugleich, dass es sich bei den 42 Tonnen um einen laufend aktualisierten Arbeitsstand handelt. Ein konsolidierter Jahresbericht für 2026 liegt naturgemäß noch nicht vor. Zusammengestellt werden die Daten aus Einsätzen der Marinha, der Polícia Marítima, der Guarda Nacional Republicana, der Polícia Judiciária und aus Zollkontrollen. Unterschiede in Erfassungszeitpunkt und Zuständigkeit können zu späteren Korrekturen führen.
Politisch und operativ erhöht der Trend den Druck auf die maritimen Überwachungs- und Ermittlungsressourcen. Die Dienste setzen nach eigenen Angaben verstärkt auf Verbundlagen, gemeinsame Lagezentren und internationale Kooperation, etwa bei Aufklärung, Schleppereibekämpfung und Sicherung von Beweismitteln auf Hoher See. Fachleute sehen die Zahlen als Indiz sowohl für zunehmende Schmuggelaktivitäten als auch für wirksamere Kontrollen. Ob der beobachtete Zuwachs vor allem Angebotsverlagerungen, methodischen Verbesserungen oder beidem geschuldet ist, bleibt ohne vollständige Jahresstatistik offen.
RTP stützt seine Zusammenfassung auf Mitteilungen der beteiligten Stellen und jüngste Einsatzberichte. Offizielle, konsolidierte Gesamtdaten werden erst nach Abschluss des Jahres erwartet. Bis dahin gelten die genannten Werte als vorläufige Arbeitszahlen der Behörden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).