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Portugal hat viele Zahnärzte, doch der Zugang bleibt ungleich

Neue Zahlen der Berufsstandskammer zeigen hohe Zahnarztdichte. Der Regulator meldet zugleich Lücken in der Primärversorgung, besonders abseits der Metropolräume.

Die Ordem dos Médicos Dentistas hat am 2. November 2026 neue Kennzahlen zur Zahnmedizin in Portugal vorgelegt. Demnach waren Ende 2025 insgesamt 16.571 Zahnärztinnen und Zahnärzte registriert, 83,7 Prozent davon mit aktiver Zulassung. Bezogen auf die Bevölkerung entspricht das rund 822 Einwohnerinnen und Einwohnern pro aktivem Zahnarzt. Dieser Wert liegt klar unter dem Referenzbereich der Weltgesundheitsorganisation von 1.500 bis 2.000 Personen je Fachkraft. Der Bericht Os Números da Ordem beschreibt zugleich eine starke Zunahme der Berufsangehörigen innerhalb von zwei Jahrzehnten.

Trotz der hohen Dichte bleibt der Zugang zur Versorgung ungleich. Die Entidade Reguladora da Saúde verweist in einer Untersuchung auf Lücken im öffentlichen System Serviço Nacional de Saúde. Ende 2025 verfügten 98 der 278 Gemeinden auf dem portugiesischen Festland über kein einziges Gabinete de Saúde Oral in den Primärversorgungszentren. Nach Einschätzung des Regulators ballen sich Angebote in den Metropolräumen, während das Binnenland und strukturschwache Regionen unterversorgt sind. Parallel verzeichnete die Kammer mehr ruhende Eintragungen, häufig aufgrund einer vorübergehenden oder dauerhaften Tätigkeit im Ausland.

Aussagen der Berufsstandskammer und des Regulators zeichnen damit ein zweigeteiltes Bild: Einerseits steht Portugal im internationalen Vergleich gut da, was die Zahl der Fachkräfte betrifft. Andererseits bleibt die reale Erreichbarkeit für viele Patientinnen und Patienten eingeschränkt – wegen der ungleichen Verteilung, der begrenzten Einbindung der Zahnmedizin in die Primärversorgung des öffentlichen Systems und finanzieller Hürden im privat dominierten Segment.

Die Ordem dos Médicos Dentistas empfiehlt, den öffentlichen Dienst attraktiver zu gestalten, etwa durch planbare Karrierewege und bessere Koordination zwischen nationaler Gesundheitspolitik und regionaler Planung. Prognosen der Kammer gehen von weiterem Wachstum der Berufsregistrierungen bis 2029 aus; ob dies die regionalen Ungleichgewichte mindern wird, ist offen. Konkrete gesetzgeberische Schritte oder neue Finanzierungszusagen, die kurzfristig Abhilfe schaffen könnten, liegen nach heutigem Stand nicht vor.

Für die Politik ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Ohne stärkere Integration der Zahnmedizin in die Primärversorgung und gezielte Anreize für Praxen in benachteiligten Gebieten dürften die heute sichtbaren Unterschiede beim Zugang bestehen bleiben. Die aktuellen Daten von Ordem dos Médicos Dentistas und Entidade Reguladora da Saúde liefern dafür eine belastbare Entscheidungsgrundlage.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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