Aktuell

Portugal bestellt russischen Botschafter ein nach Drohnenfall in Leipzig

Portugal hat den russischen Botschafter in Lissabon einbestellt. Anlass ist die Einstufung des Drohnenvorfalls am Flughafen Leipzig/Halle durch die Bundesregierung als hybrider Angriff Russlands.

Portugal hat den russischen Botschafter in Lissabon ins Ministério dos Negócios Estrangeiros einbestellt. Das teilte die Regierung am Dienstag mit. Hintergrund ist die Einschätzung der Bundesregierung vom 1. September, wonach der Drohnenvorfall vom 4. August am Flughafen Leipzig/Halle ein hybrider Angriff Russlands gewesen sei. Die portugiesische Seite fordert Erklärungen und stellte sich demonstrativ hinter Deutschland.

Premierminister Luís Montenegro erklärte laut Regierungsmitteilung seine volle Solidarität mit Deutschland. Er betonte die Notwendigkeit eines geschlossenen Auftretens der Partner in der Europäischen Union und in der Nato und sprach von einer Herausforderung für die kollektive Sicherheit. Das Außenministerium in Lissabon verwies auf laufende Abstimmungen mit europäischen Partnern und kündigte an, die in Berlin dargelegten Erkenntnisse in die weitere Bewertung einzubeziehen.

Die Bundesregierung hatte den Vorfall in Leipzig/Halle am 1. September öffentlich einem staatlich gesteuerten, hybriden Vorgehen Russlands zugerechnet. Sie berief sich dabei auf Ergebnisse deutscher Sicherheitsbehörden und kündigte abgestimmte Maßnahmen mit Partnern an. Dazu zählen diplomatische Schritte sowie mögliche weitere Sanktionen auf europäischer Ebene. Die Bewertung reiht den Vorfall in ein Muster von Operationen ein, die auf Desinformation, technische Sabotageversuche und Druck auf kritische Infrastruktur zielen.

Russland wies die Vorwürfe zurück. In Lissabon wurde betont, dass die Einbestellung eines Botschafters ein übliches diplomatisches Instrument sei, um Klarstellungen einzuholen und die eigene Position zu verdeutlichen. Portugal unterstreicht zugleich, dass Entscheidungen über weitergehende Schritte in enger Abstimmung innerhalb der Europäischen Union erfolgen sollen.

Mehrere europäische Hauptstädte hatten zuletzt vergleichbare diplomatische Signale an Russland gesandt. In Portugal wird zudem darauf verwiesen, dass die Nato-Verbündeten hybride Bedrohungen seit Jahren als Teil des sicherheitspolitischen Umfelds betrachten. Welche Folgemaßnahmen die Europäische Union konkret beschließt, blieb zunächst offen; für Sanktionen sind nun Beratungen unter den Mitgliedstaaten maßgeblich. Aus Lissabon hieß es, Portugal unterstütze eine entschiedene, verhältnismäßige und rechtsstaatlich fundierte Antwort.

Die Einbestellung in Lissabon und die Solidaritätsbekundung knüpfen an offizielle Erklärungen beider Regierungen an. Portugal stellt klar, dass die Zuschreibung der Verantwortlichkeit für den Vorfall in Leipzig/Halle auf Angaben der deutschen Seite beruht, während die politische Reaktion und der diplomatische Schritt in Portugal eigenständige Entscheidungen der Regierung sind.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk