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Portugal beschließt Datenzentrumsplan – Spaniens Vorgaben setzen Branche unter Druck

Portugal hat den Plano Nacional de Centros de Dados per Regierungsbeschluss verankert. Parallel diskutiert Spanien schärfere Regeln, die Investoren verunsichern.

Portugal hat den Plano Nacional de Centros de Dados mit der Resolução do Conselho de Ministros n.º 70/2026 beschlossen und im Diário da República veröffentlicht. Der Plan und sein Aktionsprogramm 2026–2027 sollen Genehmigungen bündeln, Netzanschlüsse priorisieren und den Zubau erneuerbarer Erzeugung für neue Rechenzentrumsprojekte absichern. Er benennt 15 prioritäre Initiativen, darunter klare Kriterien für die Energieanbindung, koordinierte Verfahren zwischen Estado, Kommunen und Netzbetreibern sowie Vorgaben für Datensicherheit in besonders sensiblen Bereichen der Verwaltung.

Die Regierung betont, dass die Ansiedlung großer Anlagen an Bedingungen geknüpft wird: Betreiber müssen Pläne zur Nutzung zusätzlicher erneuerbarer Energie und Nachweise zur Netzverträglichkeit vorlegen. Ziel ist es, Portugal als Standort für „grüne“ Rechenzentren zu positionieren und zugleich die digitale Souveränität über kritische Infrastruktur zu stärken. Mit dem formellen Beschluss will der Conselho de Ministros Zuständigkeiten und Schnittstellen eindeutig festlegen, um Projekte planbar zu machen und Doppelprüfungen zu vermeiden.

Der Schritt fällt in eine Phase erhöhter Unsicherheit im Nachbarland Spanien. Dort bereitet die Regierung einen Real Decreto vor, der strengere Umwelt- und Souveränitätsauflagen für Rechenzentren festschreiben soll. Das Ministerio para la Transición Ecológica, kurz MITECO, wirbt für nachhaltig betriebene Kapazitäten und realistische Netzanschlüsse. Branchenverbände und große Betreiber warnen hingegen vor Investitionsrisiken und fordern mehr Übergangsfristen. Nach übereinstimmenden Medienberichten haben Unternehmen den Staatsrat angerufen, um strittige Punkte prüfen zu lassen.

Ob dies zu einer nennenswerten Verlagerung geplanter Projekte von Spanien nach Portugal führt, ist offen. Entscheidend werden die endgültige Ausgestaltung des spanischen Regelwerks, verfügbare Netzanschlusskapazitäten und Strompreise in beiden Ländern sein. Der portugiesische Plan setzt hier vor allem auf Verfahrenssicherheit: Für große Vorhaben sollen zentrale Ansprechpartner benannt, Fristen standardisiert und technische Mindestanforderungen transparent gemacht werden. Zudem sieht der Plano Nacional de Centros de Dados Maßnahmen vor, um neue Erzeugung aus Wind und Photovoltaik gezielt mit dem Lastprofil von Rechenzentren zu koppeln.

Für Investoren liefert der Beschluss kurzfristig Rechts- und Planungssicherheit in Portugal, ohne Vergünstigungen in Aussicht zu stellen, die europarechtlich heikel sein könnten. Für Spanien bleibt der Ausgang der Verordnungsgespräche maßgeblich. Fest steht: Der europaweite Ausbau digitaler Infrastruktur hängt zunehmend an klaren Netzzugangsregeln, belastbaren Nachhaltigkeitskriterien und zügigen, rechtssicheren Genehmigungen – Punkte, die Portugal nun mit einem kohärenten Rahmen adressieren will.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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