Portugal rangiert im Global Retirement Index 2026 von International Living auf Platz vier. Die neue Ausgabe des Rankings wurde am 4. Oktober veröffentlicht und von der portugiesischen Wirtschaftsseite ECO gemeldet. Vor Portugal liegen Griechenland, Panama und Costa Rica. Der Index richtet sich an Menschen, die ihren Ruhestand im Ausland verbringen wollen, und vergleicht 24 Länder.
Bewertet werden unter anderem Gesundheit, Klima, Lebenshaltungskosten, Wohnen, Visa und institutionelle Rahmenbedingungen. Portugal erzielt laut International Living sehr gute Resultate in den Kategorien Gesundheit und Klima und wird dort jeweils auf dem zweiten Platz geführt. Positiv heben die Herausgeber die Kombination aus öffentlicher und privater Gesundheitsversorgung, vergleichsweise moderate Behandlungskosten im internationalen Vergleich sowie die Verfügbarkeit moderner Kliniken in Ballungsräumen hervor.
Als besonders gefragte Regionen nennt der Bericht den Algarve und den Großraum Lissabon, verweist aber auch auf Alternativen an der nördlichen Atlantikküste. Gleichzeitig vermerkt International Living, dass die Wohnkosten in beliebten Lagen deutlich gestiegen sind. Vor allem höhere Kaufpreise und Mieten verändern die Kalkulation potenzieller Zuzüge und verschärfen lokalen Druck auf angespannten Märkten.
Der Index basiert auf einer Nutzersicht, die vor allem nordamerikanische Leser adressiert. Berücksichtigt werden daher auch steuerliche Regelungen und Visafragen aus dieser Perspektive. In Bezug auf Portugal verweist der Bericht weiterhin auf das Programm Non-Habitual Resident; dabei ist zu beachten, dass die ursprünglichen steuerlichen Vergünstigungen für neue Fälle seit der jüngsten Reform stark eingeschränkt sind und Übergangsregeln gelten. Solche nationalen Änderungen können die individuelle Attraktivität des Standorts beeinflussen, ohne den grundsätzlichen Befund der Studie zur Lebensqualität zu entkräften.
Die Einstufung stärkt Portugals Profil als Ziel für Ruheständler aus dem Ausland und dürfte die Nachfrage nach Gesundheitsdienstleistungen und betreutem Wohnen weiter stützen. Zugleich liefert sie Argumente für eine nüchterne Debatte über Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit von Wohnraum in Küstenstädten und touristisch geprägten Gemeinden. International Living versteht das Ranking als Orientierungshilfe; wirtschafts- oder steuerpolitische Schlussfolgerungen darüber hinaus sind Bewertungen der Herausgeber und keine amtlichen Feststellungen.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).