Gesellschaft

Portugal: 40 Prozent der geförderten Arztstellen im Staatsdienst bleiben unbesetzt

Im Serviço Nacional de Saúde blieben 128 von 322 mit Anreizen ausgeschriebenen Facharztstellen unbesetzt. Das meldete RTP am 17. Oktober unter Verweis auf Daten der Direção Executiva do SNS und den Portal da Transparência…

Im öffentlichen Gesundheitsdienst Portugals sind 128 von 322 mit finanziellen Anreizen ausgeschriebenen Facharztstellen unbesetzt geblieben. Das entspricht rund 40 Prozent. Die Zahl geht aus Angaben der Direção Executiva do Serviço Nacional de Saúde und dem Portal da Transparência do SNS hervor und wurde am 17. Oktober von RTP berichtet. Die ausgeschriebenen Posten betreffen Fachgebiete und Standorte, die als unterversorgt eingestuft sind und daher besondere Zulagen und weitere Anreize bieten sollten.

Nach den veröffentlichten Daten wurden die Plätze im Rahmen eines aktuellen Einstellungsverfahrens des Serviço Nacional de Saúde angeboten. Ziel war es, Ärztinnen und Ärzte für Mangelbereiche zu gewinnen, etwa für periphere Regionen oder stark belastete Fachrichtungen. Trotz der zusätzlichen Anreize blieb ein erheblicher Teil der Stellen vakant. Genaue Aufteilungen nach Einrichtung, Region und Fachgebiet sollen laut Transparenzangaben schrittweise veröffentlicht werden.

Das Ministério da Saúde hatte die Maßnahmen im Laufe des Jahres mit dem Hinweis begründet, dass gezielte finanzielle und vertragliche Anreize die Verteilung der Fachkräfte verbessern und Wartezeiten abbauen sollen. Zuständig für die Durchführung der Verfahren ist die Administração Central do Sistema de Saúde. In den Ausschreibungen wurden die betreffenden Plätze als vorrangig gekennzeichnet. Beispiele betreffen unter anderem die Allgemeinmedizin, im portugiesischen System als Medicina Geral e Familiar geführt, sowie weitere Engpassfächer.

Die nun gemeldete Nichtbesetzung deutet darauf hin, dass monetäre Anreize allein den Wettbewerb um Fachärztinnen und Fachärzte nicht vollständig ausgleichen. Branchenkenner verweisen regelmäßig auf strukturelle Faktoren wie Arbeitsbelastung, Dienstplangestaltung, Karriereperspektiven und regionale Standortnachteile. Offizielle Bewertungen der Direção Executiva do SNS zu den Ursachen der Lücken lagen am Berichtstag nicht im Detail vor; die Behörde verweist auf die laufende Auswertung der Ausschreibung.

Für Patientinnen und Patienten im Serviço Nacional de Saúde können sich die offenen Stellen in längeren Wegen zur Versorgung und höheren Wartezeiten niederschlagen, insbesondere dort, wo bereits Engpässe bestehen. Das Ministério da Saúde hat angekündigt, die Ergebnisse der Verfahren zu prüfen und gegebenenfalls nachzusteuern. Welche zusätzlichen Maßnahmen über die bestehenden Anreize hinaus ergriffen werden, ist noch offen. Die Entwicklung der Besetzungsquote gilt als Gradmesser dafür, ob das aktuelle Instrumentarium ausreicht, um Fachkräfte in den Staatsdienst und in unterversorgte Regionen zu binden.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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