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Polizei in Lissabon fordert Zeltabbau am Rossio nach zweiter Protestnacht

Die Polícia de Segurança Pública drängte in der Nacht zum 19. Oktober auf den Abbau der Zelte am Rossio. Viele Demonstrierende blieben dennoch vor Ort.

Die Polícia de Segurança Pública hat in der Nacht zum 19. Oktober in Lissabon die am Rossio aufgeschlagenen Zelte beanstandet und die Demonstrierenden zum Abbau aufgefordert. Einsatzkräfte des Comando Metropolitano de Lisboa sprachen nach Mitternacht mit Organisatorinnen und Organisatoren der Aktion auf der Praça D. Pedro IV. Die Polizei verwies auf Regeln zur Nutzung des öffentlichen Raums und stellte klar, dass eine dauerhafte Belegung mit Zelten nicht erlaubt ist. Laut Aussagen der Behörde behalten sich die Einsatzkräfte das Entfernen der Strukturen vor, falls die Aufforderung nicht befolgt wird. Zugleich betonte die PSP nach Medienberichten, es gebe keine Absicht zu repressivem Vorgehen; das Gespräch sei präventiv geführt worden.

Trotz des Appells hielten viele Teilnehmende die Mahnwache am Morgen fort. In einer offenen Versammlung am Platz wurde über die Fortsetzung der Aktion und den Umgang mit Übernachtungen diskutiert. Die Zeltlager sind Teil einer landesweiten Mobilisierung für bezahlbaren Wohnraum. Auch in Porto entstanden am Wochenende ähnliche Camps. Dort kam es laut Berichten des staatlichen Senders RTP in einzelnen Situationen zu Auseinandersetzungen; die Polizei sprach von Widerstand, während Aktivistinnen und Aktivisten ein provozierendes Verhalten bestritten. In Lissabon blieb die Lage in der Nacht ruhig.

Nach Darstellung der Polícia de Segurança Pública ist das Aufstellen von Zelten auf öffentlichen Plätzen genehmigungspflichtig. Ohne entsprechende Erlaubnis können die Strukturen als unzulässige Nutzung des öffentlichen Raums gewertet und entfernt werden. Das Comando Metropolitano de Lisboa kündigte an, die Lage weiter zu beobachten und im Rahmen der Rechtslage zu handeln, sollte die Belegung des Platzes anhalten.

Der Protest fällt in eine Phase anhaltender Spannungen auf dem portugiesischen Wohnungsmarkt. In den Zentren großer Städte wie Lissabon steigen Mieten und Kaufpreise seit Jahren schneller als Einkommen. Kritiker machen unter anderem die touristische Nachfragemacht, Kurzzeitvermietungen, Angebotsengpässe sowie lange Genehmigungsverfahren verantwortlich. Befürworter strengerer Regeln dringen auf Mieterschutz, mehr sozialen Wohnungsbau und eine Ausweitung des Angebots. Eigentümerverbände warnen hingegen vor Markteingriffen mit unerwünschten Nebenwirkungen.

Am Montagmorgen blieb der Rossio besetzt, die Zelte standen weiterhin auf Teilen der Praça D. Pedro IV. Die PSP hält ihren Appell aufrecht und verweist auf die Möglichkeit, nicht genehmigte Strukturen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, sofern der Aufforderung zum Abbau nicht nachgekommen wird.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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