Wirtschaft

Oxford Economics sieht Portugal trotz teurer Energie weiter vor der Eurozone

Eine Septemberanalyse von Oxford Economics erwartet, dass Portugals Wirtschaft auch 2026 über dem Eurozonen-Durchschnitt wächst. Treiber sind Konsum, Beschäftigung und EU‑Mittel, Risiken kommen von Energiepreisen und der Finanzpolitik.

Portugal wird nach Einschätzung von Oxford Economics auch angesichts höherer Energiepreise zu den dynamischeren Volkswirtschaften der Eurozone zählen. In einer im September veröffentlichten Aktualisierung betont das Institut eine im Vergleich robuste Entwicklung, getragen von einer stabilen Binnennachfrage, einer widerstandsfähigen Beschäftigungslage und zügigen Auszahlungen aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität.

Die Analyse ordnet Portugal im relativen Vergleich vor dem Eurozonen-Mittel ein. Sie verweist gleichzeitig auf Belastungen durch gestiegene Importpreise für Energie und auf einen engeren finanzpolitischen Spielraum, falls die Haushaltslockerung in diesem Jahr größer ausfällt als bislang geplant. Diese Gemengelage kann Wachstum und Inflation unterschiedlich beeinflussen und erhöht die Anforderungen an eine präzise Aussteuerung der Finanzpolitik.

Auch andere Institutionen zeichnen ein ähnliches Bild. Die Europäische Kommission erwartet für 2026 ein solides, wenn auch moderates Wachstum um etwa 1,7 Prozent und nennt Energiepreise sowie die Leistungsbilanz als zentrale Risikokanäle. Die OECD betont die Rolle privater Investitionen und der EU-Programme für die kurzfristige Dynamik, mahnt jedoch Strukturreformen zur Produktivitätssteigerung an. Projektionen der Europäischen Zentralbank vom September verweisen insgesamt auf ein schwächeres, aber nicht rezessives Eurozonen-Umfeld, in dem Portugal leicht über dem Durchschnitt liegen könnte.

Für die Regierung in Lissabon ergeben sich daraus zwei Hauptaufgaben. Erstens gilt es, die Wirkungen der Energiepreisschocks auf Unternehmen und Haushalte zielgenau abzufedern, ohne die Glaubwürdigkeit der Haushaltsregeln zu untergraben. Zweitens sollten Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Erzeugung und Netze beschleunigt werden, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Kostenbasis zu stabilisieren. Fortschritte bei Planung und Vergabe innerhalb der Aufbau- und Resilienzfazilität bleiben dafür zentral.

Jornal Económico berichtet, dass Oxford Economics Portugal explizit als potenziellen Wachstumsmotor innerhalb der Eurozone bezeichnet. Zugleich betont das Institut, dass anhaltend hohe Energiepreise und Unsicherheit an den Rohstoffmärkten die Prognosepfade einengen könnten. Die positive Nachricht ist, dass private Nachfrage und Investitionen bislang tragfähig erscheinen. Die weniger gute ist, dass Puffer aus Finanz- und Geldpolitik begrenzt sind. Entscheidend wird sein, ob die Umsetzung öffentlicher und privater Projekte in den kommenden Quartalen das Produktivitätsniveau heben kann. Dann könnte Portugal seine relative Stärke behaupten, auch wenn das gesamtwirtschaftliche Umfeld anspruchsvoll bleibt.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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