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Operation Hermes: 39 Festnahmen in Portugal bei Mehrwertsteuerkarussell-Razzia

Portugiesische Behörden haben im Rahmen der grenzüberschreitenden Operation Hermes 39 Verdächtige festgenommen. Die Europäische Staatsanwaltschaft beziffert den mutmaßlichen Schaden aus dem Mehrwertsteuerkarussell auf mindestens 410 Millionen Euro, davon mehr als 150 Millionen Euro in…

Portugiesische Ermittler haben am Dienstag, 7. Oktober 2026, im Rahmen der grenzüberschreitenden Operação Hermes 39 Verdächtige festgenommen. Die Aktion richtete sich gegen ein mutmaßliches Mehrwertsteuerkarussell im Handel mit Mobiltelefonen. Nach Angaben der Europäischen Staatsanwaltschaft beläuft sich der in mehreren Mitgliedstaaten verursachte Gesamtschaden auf mindestens 410 Millionen Euro; die Behörden in Portugal sprechen vorläufig von mehr als 150 Millionen Euro zulasten des portugiesischen Staates.

Die Maßnahme wurde von der Europäischen Staatsanwaltschaft koordiniert und in Portugal von der Polícia Judiciária gemeinsam mit der Autoridade Tributária und der Guarda Nacional Republicana umgesetzt. Insgesamt fanden nach Behördenangaben rund 250 Durchsuchungen statt. Das Gabinete de Recuperação de Ativos sicherte dabei Vermögenswerte, darunter Immobilien, Gesellschaftsanteile, Fahrzeuge und Bankkonten. EU-weit wurden in der koordinierten Aktion 62 Personen festgenommen. Die Festgenommenen in Portugal werden nun den zuständigen Ermittlungsrichtern vorgeführt.

Nach der Darstellung der Ermittler nutzte das Netzwerk ein mehrstufiges Geflecht aus Firmenkonstruktionen und Briefkastenfirmen, um Umsatzsteuerpflichten zu umgehen und Vorsteuerbeträge zu erschleichen. Kern der Vorgehensweise waren grenzüberschreitende Lieferketten des Elektronikhandels, bei denen Rechnungen zirkulierten, während fällige Steuern in einzelnen Gliedern der Kette nicht abgeführt wurden. Der Warenfokus auf kompakte, wertintensive Güter wie Mobiltelefone erleichtert nach Einschätzung der Behörden die schnelle Verschiebung innerhalb kurzer Zeitfenster und erhöht die Komplexität der Nachverfolgung.

Die Operação Hermes steht im Kontext verstärkter Bemühungen der Europäischen Union, organisierte Formen des Mehrwertsteuerbetrugs einzudämmen. Die Europäische Staatsanwaltschaft führt grenzüberschreitende Verfahren, wenn erhebliche Finanzinteressen der Union betroffen sind, bündelt Informationen aus mehreren Mitgliedstaaten und koordiniert zeitgleiche Maßnahmen. In Portugal kooperieren Strafverfolgung und Steuerverwaltung seit Längerem in gemeinsamen Einsatzgruppen, um Vermögenswerte frühzeitig zu sichern und mögliche Flucht- oder Verschleierungsrisiken zu minimieren. Beschlagnahmen dienen aus Sicht der Behörden der Sicherung einer späteren Einziehung und der Abschöpfung mutmaßlich erlangter Vorteile.

Die Behörden betonen, dass die Ermittlungen andauern; Aussagen Beschuldigter, forensische Auswertungen und internationale Amtshilfe sollen die genaue Schadenshöhe und die Rollen der Beteiligten klären. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf die am 7. Oktober 2026 veröffentlichten Mitteilungen der beteiligten Institutionen. Endgültige Schadenssummen und Anklagepunkte können sich im Zuge der weiteren Ermittlungen ändern. Für die Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung, bis Gerichte rechtskräftig entschieden haben.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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