In Lissabon haben sich am 2. Oktober 2026 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes zu einer Demonstration im Rahmen eines landesweiten 24‑Stunden‑Streiks versammelt. Der Protestzug startete an der Praça da Figueira und führte zum Ministério das Finanças. Im Mittelpunkt standen die Forderungen nach spürbaren Lohnerhöhungen, einer Aufwertung der Laufbahnen und der sofortigen Aufnahme von Verhandlungen, damit die Anpassungen in das kommende Orçamento do Estado einfließen.
Getragen wurde die Aktion von Strukturen der Dachorganisation CGTP‑IN. Als Organisatoren traten die Federação Nacional dos Sindicatos dos Trabalhadores em Funções Públicas e Sociais (FNSTFPS), der Sindicato Nacional dos Trabalhadores da Administração Local e Regional (STAL) und der Sindicato dos Trabalhadores do Município de Lisboa (STML) auf. Vertreter dieser Gewerkschaften begründeten die Mobilisierung mit dem anhaltenden Kaufkraftverlust und der aus ihrer Sicht unzureichenden Berücksichtigung berufsspezifischer Anforderungen in den sogenannten Carreiras Gerais, den allgemeinen Laufbahnen des öffentlichen Dienstes. Konkrete Euro‑Beträge nannten sie in den vorliegenden Stellungnahmen nicht.
Nach Gewerkschaftsangaben kam es am Aktionstag zu Einschränkungen in kommunalen Diensten. STAL meldete unter anderem zeitweise Ausfälle bei der Müllabfuhr in mehreren Gemeinden des Großraums Lisboa. Für kritische Bereiche waren Notdienste eingerichtet. Formale Vorankündigungen der Arbeitsniederlegungen wurden bei der zuständigen Direção‑Geral do Emprego e das Relações de Trabalho (DGERT) hinterlegt; entsprechende Verfügungen dokumentieren den angekündigten Rahmen der Streikmaßnahmen.
Politische Unterstützung erhielt die Kundgebung von den Parteien PCP, Bloco de Esquerda und Livre. Deren Vertreter knüpften die Zustimmung zum Staatshaushalt an eine aus ihrer Sicht notwendige Lohnanhebung für die unteren und mittleren Gehaltsgruppen der Administração Pública. Sie forderten zudem Fortschritte bei der Anerkennung von Dienstzeiten und Qualifikationen in den Laufbahnsystemen.
Der Termin fällt in die Vorbereitung des Haushaltsentwurfs, der in den kommenden Wochen vorgelegt wird. Die Gewerkschaften drängen auf rasche Verhandlungen mit dem Ministério das Finanças. Ob und in welchem Umfang Gehaltsanpassungen Eingang in das Orçamento do Estado finden, bleibt offen; weitere Arbeitskämpfe schließen die Organisatoren nicht aus, sollte es bei den Gesprächen zu keiner Einigung kommen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).