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Niedrige Löhne und hohe Wohnkosten halten viele junge Portugiesen im Ausland

Ein Bericht des Diário de Notícias vom 20. September nennt Lohnniveau und Lebenshaltungskosten als Hauptgründe für die anhaltende Abwanderung junger Portugiesen. Offizielle Daten von Statistikamt und Zentralbank stützen den Befund.

Das Diário de Notícias hat am 20. September auf Basis aktueller Einschätzungen die anhaltende Abwanderung junger Menschen aus Portugal thematisiert. Als Hauptgründe nennen Betroffene und Fachleute übereinstimmend das niedrige Lohnniveau und die hohen Lebenshaltungskosten, vor allem die Wohnkosten in den Ballungsräumen. Der Befund deckt sich mit regelmäßig veröffentlichten Statistiken des Instituto Nacional de Estatística und Analysen des Banco de Portugal.

Laut den jüngsten verfügbaren Migrationszahlen des Instituto Nacional de Estatística verzeichnen die jüngeren Altersgruppen seit Jahren einen Nettoabfluss. Besonders betroffen sind Hochschulabsolventen, die im Ausland oft deutlich höhere Anfangsgehälter und bessere Aufstiegschancen finden. Der Banco de Portugal hat in Wirtschaftsbulletins die strukturellen Treiber herausgearbeitet: ein vergleichsweise gedrücktes Lohngefüge in bestimmten Sektoren, eine fragmentierte Beschäftigungsstruktur mit befristeten Verträgen und die Belastung durch Mieten in den Zentren.

Vor allem der Wohnungsmarkt in Lissabon und Porto gilt als Engpass. Interviews mit jungen Erwerbstätigen und Arbeitgebern, auf die das Diário de Notícias Bezug nimmt, schildern, dass selbst Vollzeitstellen im qualifizierten Segment die Mieten in zentralen Lagen kaum tragen. Für viele fällt die Differenz zwischen dem in Portugal erzielbaren Nettoverdienst und den Lebenshaltungskosten so ungünstig aus, dass ein Verbleib oder eine Rückkehr wirtschaftlich unattraktiv bleibt. Das motiviert eine Emigration, die sich zunehmend verfestigt, wenn im Ausland stabile Karrierepfade entstehen.

Politische Gegenmaßnahmen gibt es, ihre Wirkung wird jedoch unterschiedlich beurteilt. Steuerliche Entlastungen für junge Erwerbstätige, Stipendien oder besondere Programme für Rückkehrer sollen Anreize setzen. Fachökonominnen und Fachökonomen verweisen zugleich darauf, dass solche Instrumente ohne Reformen am Arbeitsmarkt und ohne zusätzliche, bezahlbare Wohnungen im Ergebnis begrenzt bleiben dürften. Als wirksam gelten aus ihrer Sicht vor allem Maßnahmen, die produktivitätssteigernde Investitionen, Tarifentwicklung, Planung und Bau von Mietwohnungen sowie klare Zeitpläne mit Monitoring verbinden.

Volkswirtschaftlich ist das Thema von landesweiter Bedeutung. Eine anhaltende Abwanderung qualifizierter Jahrgänge kann das Fachkräfteangebot verknappen, die Innovationsfähigkeit belasten und die Alterung der Bevölkerung beschleunigen. Der Banco de Portugal warnt in Modellrechnungen, dass ohne höhere Rückkehrquoten und ohne strukturelle Verbesserungen der Arbeitsmarkt- und Wohnungsbedingungen die Konvergenz des Einkommensniveaus zu wohlhabenderen EU-Staaten langsamer verlaufen dürfte. Ob neue Programme mehr Rückkehrer überzeugen, wird sich erst mit den nächsten Datensätzen des Instituto Nacional de Estatística zeigen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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