Die NATO hat zwischen 9. und 14. September in der Base Naval de Lisboa neuartige maritime Technologien im Einsatz mit Spezialkräften verbündeter Staaten erprobt. Das Experimentierformat lief unter der Bezeichnung Bold Machina (BOMA26). Nach Angaben der Allianz und der Marinha Portuguesa zielte die Reihe darauf, Fähigkeiten für Spezialoperationen im maritimen Umfeld zu testen und die Zusammenarbeit zwischen Streitkräften, Industrie und Forschung zu verdichten.
Konkret wurden vernetzte unbemannte Systeme zu Wasser, neuartige Sensorik, Drohnenabwehr und gesicherte Kommunikationslösungen in Hafen- und Küstenszenarien in Lissabon demonstriert. Die NATO beschreibt BOMA26 als operatives Experiment (OPEX) mit praxisnahen Versuchen statt als groß angelegte Truppenübung. Videomaterial der Allianz zeigt Abläufe im Bereich der Base Naval de Lisboa, bei denen mehrere Komponenten zusammenspielen, etwa unbemannte Oberflächenfahrzeuge, Detektions- und Störlösungen gegen kleine Drohnen sowie Verfahren zur Datenübertragung in komplexer Betriebsumgebung.
Portugiesische Stellen ordnen BOMA26 in eine Abfolge maritimer Übungs- und Testvorhaben ein, die Portugal in diesem Jahr ausrichtet. Dazu zählt insbesondere das Format REPMUS, das regelmäßig den Einsatz unbemannter Systeme und vernetzter Sensorik vor der Küste von Lisboa erprobt und von der portugiesischen Marine für verbundene Manöver genutzt wird. Nationale Ausbildungsabschnitte flankierten den NATO‑geführten Experimentierbetrieb und dienten der Bewertung von Taktiken und der Reifeprüfung neuer Systeme.
Hintergrund ist ein breiterer Innovationsansatz der NATO: Operative Experimente sollen Technologien schneller vom Prototyp in den militärischen Gebrauch überführen. Durch die enge Einbindung von Industriepartnern und Forschungseinrichtungen will die Allianz Interoperabilität früh herstellen und Risiken im späteren Beschaffungsprozess reduzieren. Für Portugal bedeuten solche Vorhaben internationale Sichtbarkeit, zusätzliche Expertise in Schlüsselbereichen der maritimen Sicherheit und eine festere Einbindung in die Lieferketten und Testnetzwerke der Verbündeten.
Die Einordnung beruht auf übereinstimmenden Angaben der NATO und der Marinha Portuguesa. Beide betonen den experimentellen Charakter von BOMA26; Hinweise auf einen regulären großmaßstäblichen Manöverbetrieb liegen nicht vor. Mit dem Abschluss der Demonstrationen in Lissabon am 14. September endet die aktuelle Testphase, weitere Auswertungen und Folgeschritte laufen nach NATO‑Darstellung im Rahmen der zuständigen Innovations- und Fähigkeitsprogramme weiter.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).