Portugals Premierminister Luís Montenegro hat am 23. September in New York bei einer Klima‑Initiative am Rande der Generaldebatte der Vereinten Nationen den jüngsten Anstieg der Kraftstoffpreise scharf kritisiert. Er sprach von einer „absurden und unsinnigen“ Realität und warnte, die verteuerten fossilen Brennstoffe belasteten Haushalte und Unternehmen in Europa und weltweit. Montenegros Auftritt wurde vor Ort von der Nachrichtenagentur Lusa dokumentiert und von portugiesischen Medien aufgegriffen.
Der Regierungschef verknüpfte die Kritik mit einer energiepolitischen Agenda. Portugal und die Europäische Union müssten ihre strategische Autonomie stärken, um externe Preisschocks abzufedern und zugleich die Energiewende zu beschleunigen. Als Schwerpunkte nannte er den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, zusätzliche Speicherkapazitäten sowie eine Verringerung importbedingter Abhängigkeiten. Mehr Souveränität in der Versorgung sei nicht nur geopolitisch vorteilhaft, sondern schütze auch Staatshaushalt und Kaufkraft.
Die Äußerungen fügen sich in eine laufende innenpolitische Debatte. Die Regierung in Lissabon hatte in den vergangenen Wochen Unterstützungsmaßnahmen für Familien und Unternehmen verlängert und temporäre Entlastungen bei Kraftstoffsteuern bestätigt, um unmittelbare Marktpreisspitzen zu dämpfen. Parallel verwies das Umweltministerium darauf, dass die in Portugal verfügbaren Lagerbestände ausreichten, und betonte strukturelle Vorhaben wie die Elektrifizierung des Verkehrs sowie den Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Alternativen.
International begründen Regierungen und Analysten die Preisentwicklung mit Angebotsengpässen und Konfliktrisiken. UN‑Generalsekretär António Guterres hatte bereits wiederholt vor der Verknüpfung von Energieabhängigkeit und Klimakrise gewarnt und eine beschleunigte Transformation zu sauberen Energien gefordert. Montenegro stellte seine Position ausdrücklich in diesen multilateralen Zusammenhang und warb für robuste Lieferketten, grenzüberschreitende Netze und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen in der Europäischen Union.
Zugleich zeichnete der Premier ein Bild der Interessenlage: Für Portugal eröffne eine konsequente Beschleunigung der erneuerbaren Energien – von Wind und Sonne bis zu grünem Wasserstoff – industriepolitische Chancen, etwa bei Investitionen in Netze, Speicher und Komponentenfertigung. Diese Perspektive, so Montenegro, setze jedoch planbare Regulierung und verlässliche Investitionssignale voraus. Kurzfristige Preisentlastungen blieben notwendig, ersetzten aber nicht den strukturellen Umbau.
Die Rede in New York war der bislang deutlichste Auftritt Montenegros zu Energiepreisen auf UN‑Bühne in diesem Jahr. Sie adressierte zugleich die Erwartung, dass Mitgliedstaaten der Europäischen Union beim Schutz vor Preisschocks enger kooperieren und die europäische Versorgungssicherheit als gemeinsame Aufgabe behandeln.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).