Der Stahlhersteller Megasa hat am 10. September ein Investitionspaket von mehr als 300 Millionen Euro für Portugal angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Photovoltaik-Anlagen zur Eigenstromerzeugung an den Standorten Seixal und Maia sowie weitere Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur Modernisierung der Produktion. Die Projekte betreffen nach Unternehmensangaben die größten Stromverbraucher der Gruppe in Portugal.
Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund jüngst präzisierter staatlicher Unterstützungsregelungen für energieintensive Industrien. Dazu zählt insbesondere die Kompensation indirekter Kosten aus dem EU-Emissionshandel, die in diesem Jahr neu gefasst und im Amtsblatt veröffentlicht wurde. Branchenvertreter werten die Klarstellungen als Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts. Megasa ordnet die geplanten Investitionen als strategische Reaktion auf volatile Strompreise und als Schritt zur Verringerung der Abhängigkeit vom Großhandelsmarkt ein.
Nach den vorliegenden Informationen plant das Unternehmen neben Photovoltaik die Erneuerung von Anlagenteilen und Effizienzprogramme. Konkrete Bau- und Inbetriebnahmepläne werden den Angaben zufolge in den nächsten Monaten mit zuständigen Behörden abgestimmt. Als Ansprechpartner genannt ist die AICEP, die in Portugal die Förderung und Betreuung größerer Investitionsvorhaben koordiniert. Über Umfang und Ausgestaltung möglicher Förderungen liegen derzeit keine verbindlichen vertraglichen Details vor.
Die Werke in Seixal, auf dem früheren Areal der Siderurgia Nacional, und in Maia zählen zu den wichtigsten Produktionsstätten der Gruppe im Land. Mit dem Ausbau der Eigenstromerzeugung will Megasa die Kostenstruktur stabilisieren und gleichzeitig den CO2-Fußabdruck der Produktion senken. Energie ist nach den Rohstoffen der zweitgrößte Kostenblock in der Elektrostahlherstellung. In der Branche gilt die Kombination aus Eigenproduktion erneuerbarer Energie und staatlich geregelten Entlastungen bei indirekten Emissionshandelskosten als zentraler Hebel, um Investitionen in Portugal zu halten.
Politisch bleibt die Frage relevant, wie die Entlastungen für indirekte ETS-Kosten künftig ausgestaltet werden. Der portugiesische Förderrahmen, der über den Fundo Ambiental abgewickelt wird, setzt europäische Vorgaben um und wird regelmäßig angepasst. Aussagen zu zusätzlichen Arbeitsplätzen, konkreten Kapazitätserweiterungen oder Projektfristen hat Megasa bislang nicht veröffentlicht. Solche Punkte dürften erst mit Abschluss der technischen Planung und der behördlichen Prüfungen vorliegen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).