Kurzmeldung
Die Senior Medical School der Medizinschule der Universidade Nova de Lisboa wurde am 17. September 2026 auf der Danish National Loneliness Conference in Aarhus als vorbildliche Praxis im Rahmen des europäischen Projekts KORALE vorgestellt. Das teilte die Universität in einer Pressemitteilung vom 18. September 2026 mit; vertreten war das Programm durch Wissenschaftlerinnen und Koordinatorinnen der Einrichtung. Die Vorstellung dokumentiert eine portugiesische Erfahrung, die Bildung, Kultur und gemeinschaftliche Aktivitäten verbindet, um soziale Teilhabe älterer Menschen zu stärken und Vereinsamung vorzubeugen.
Zeitgleich gewinnt in Portugal die sogenannte Soziale Verordnung (Social Prescribing) an Bedeutung: Ein 2026 veröffentlichtes Studienprotokoll beschreibt Pilotprojekte, in denen Hausärztinnen und Hausärzte Personen mit Einsamkeitsrisiko systematisch an gemeindenahe Angebote überweisen sollen. Ziel ist die Verbindung der primärärztlichen Versorgung mit kommunalen Unterstützungsstrukturen, damit Folgen anhaltender Einsamkeit — etwa für Herz-Kreislauf- und psychische Erkrankungen — reduziert werden. Die Publikation dient derzeit als Grundlage für Evaluationen, die klären sollen, welche Modelle sich landesweit im Serviço Nacional de Saúde skalieren lassen.
Der politische und administrative Rahmen ist bereits erkennbar: In offiziellen Dokumenten und kommunalen Strategien wird Einsamkeit als relevanter sozialer Gesundheitsfaktor benannt; Beispiele sind kommunale Gesundheitsstrategien, die Prävention, Gesundheitsförderung und soziale Teilhabe verknüpfen. Akteure wie die Direção-Geral da Saúde, regionale Gesundheitsdienste und lokale Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sind für Screening, Überweisung und Monitoring zentral.
Fachleute sehen als erfolgversprechende Maßnahmen intergenerationelle Angebote, Gemeindeschulen, niederschwellige Gruppenaktivitäten und digitale Teilhabe, um Zugangshürden für isolierte Personen zu senken. Entscheidend für eine Ausweitung ist eine belastbare Evaluation der laufenden Pilotprojekte sowie abgestimmte Finanzierungs- und Implementierungsmechanismen zwischen Gesundheitsbehörden, Kommunen und Sozialträgern. Nur so kann aus lokalen „Inseln“ eine koordinierte, flächendeckende Antwort im Serviço Nacional de Saúde werden.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).