Die Assembleia Legislativa da Madeira hat am 1. Oktober in Funchal den 50. Jahrestag der Amtsübernahme der ersten Regionalregierung gewürdigt. In der Sondersitzung wurde an die Bildung des Kabinetts unter Jaime Ornelas Camacho erinnert, das nach den Regionalwahlen vom 27. Juni 1976 am 1. Oktober 1976 vereidigt wurde. Der Präsident des Regionalparlaments, Bruno Macedo, verknüpfte die Rückschau mit laufenden Vorhaben der regionalen Entwicklung und betonte laut Parlamentsangaben die Rolle stabiler Institutionen für Investitionen und öffentliche Dienstleistungen.
Die Redner erinnerten daran, dass mit der Autonomie die Voraussetzungen für eine eigenständige Finanz-, Infrastruktur- und Sozialpolitik geschaffen wurden. Historisch markierte die erste Regierungsbildung den Übergang von der zentralstaatlichen Verwaltung zu eigenen Organen der Região Autónoma da Madeira, auf Grundlage der 1976 in Kraft getretenen portugiesischen Verfassung. Die zweite Regionalregierung übernahm im März 1978 unter Alberto João Jardim; damit begann eine lange Phase politischer Kontinuität, die die Gestalt der Insel prägte.
Die Sitzung in Funchal war Teil eines Jahresprogramms zum 50-jährigen Bestehen der Autonomie. Bereits im Juni hatte auch das nationale Parlament in Lissabon die Selbstverwaltung der Azoren und Madeiras mit einer Plenarsitzung gewürdigt. Begleitend stellte das Regionalparlament Archivmaterial bereit; Beiträge von RTP Madeira dokumentierten historische Aufnahmen und die aktuelle Gedenkveranstaltung. Die rechtlichen Eckdaten zur Einsetzung des ersten Kabinetts sind im Diário da República und in parlamentarischen Akten nachgezeichnet.
Politisch blieb die Würdigung nüchtern. Neben Erfolgsbilanzen – etwa bei Verkehrsanbindungen, Gesundheitsversorgung und Bildung – wurden offene Punkte angesprochen, die weiterhin zwischen Region und Zentralstaat zu klären sind, etwa Zuständigkeiten, Finanzierung und die Anpassung des Autonomiestatuts. Konkrete Beschlüsse wurden im Rahmen der Gedenksitzung nicht verkündet; Ziel war die Einordnung der Autonomiegeschichte und ihre Verbindung zu aktuellen Dossiers.
Die Veranstaltung unterstreicht die überregionale Bedeutung des Jubiläums: Fünf Jahrzehnte nach der ersten Vereidigung steht die Autonomie weiterhin im Zentrum politischer Aushandlung – innerhalb der Insel, im Verhältnis zu Lissabon und mit Blick auf europäische Regeln. Die Erinnerung an den 1. Oktober 1976 diente dabei als Ankerpunkt für eine Bestandsaufnahme, die Fortschritte benennt und künftige Anpassungen ausdrücklich als politische Aufgabe markiert.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).