Gesellschaft

Madeira-Expedition 2026 filmt Wale, Delfine und Haie mit Unterwasserkameras

Die Expedição Madeira Ocean 2026 läuft seit 2. Oktober und setzt BRUV-Systeme, Tauchgänge und Robotik ein, um die Megafauna rund um Madeira, Porto Santo und die Ilhas Desertas systematisch zu erfassen.

Die Expedição Madeira Ocean 2026 läuft seit dem 2. Oktober in der Região Autónoma da Madeira und soll 28 Tage dauern. Forschungsteams setzen dort verstärkt Köder-gestützte Unterwasservideosysteme (BRUV) ein, um Vorkommen und Verhalten großer Meeresarten wie Delfine, Wale und Haie standardisiert zu dokumentieren. Ziel ist es, belastbare Daten für Schutzgebietsplanung, Fischereimanagement und ein langfristiges Monitoring der Gewässer um Madeira, Porto Santo und die Ilhas Desertas zu gewinnen.

Nach Angaben der Regionalverwaltung beteiligen sich rund 200 Fachleute aus mehr als 30 Einrichtungen. Neben Tauchteams kommen akustische Vermessungen, ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge (ROV) und autonome Plattformen (AUV) zum Einsatz. Die BRUV-Aufnahmen liefern vergleichbare Beobachtungen ohne aktives Eingreifen in das Verhalten der Tiere; sie erfassen Häufigkeit, Artenzusammensetzung und Aktivitätsmuster auch in größerer Tiefe und über längere Zeitfenster hinweg.

In der ersten Einsatzwoche meldeten Teams erste nennenswerte Sichtungen und Probenahmen. Laut der regionalen Rundfunkanstalt wurden von Bord des Schiffs Santa Maria Manuela Video- und Markierungstechniken erfolgreich eingesetzt; dabei sei eine als „baleia de profundidade“ beschriebene tief tauchende Walart lokalisiert und markiert worden. Die Auswertung der dazugehörigen Bild- und Telemetriedaten steht noch aus. Bestätigte Artenlisten und Häufigkeiten will die Expedition erst nach Abschluss der Datensichtung veröffentlichen.

Die Regionalverwaltung betont, dass alle Protokolle – von der Auswahl der Stationen über die Probenlogistik bis zur Datensicherung – wissenschaftlichen Standards folgen. Die Erhebung erstreckt sich auf Küsten- und Offshore-Bereiche mit unterschiedlichen Schutzregimen. Dadurch sollen Aussagen darüber möglich werden, wie sich bestehende Schutzstufen auf die Megafauna auswirken und wo Anpassungen sinnvoll wären. Konkrete Folgemaßnahmen werden frühestens nach Vorlage der Ergebnisse erwartet; politische Entscheidungen liegen bei den zuständigen Behörden.

Die Expedition stößt in Madeira auf breites Interesse, weil sie erstmals in dieser Dichte unterschiedliche Methoden bündelt und großräumig vergleicht. Für touristisch und fischereiwirtschaftlich bedeutsame Arten sind robuste Bestandsdaten ein zentrales Bedürfnis. Zugleich eröffnet der kombinierte Einsatz von BRUV, ROV und AUV Einblicke in schwer zugängliche Lebensräume. Die Beteiligten kündigen an, Zwischenergebnisse transparent zu kommunizieren und die vollständigen Befunde nach Abschluss der Kampagne zu publizieren. Bis dahin bleiben Einzelfunde vorläufig und werden in den Abschlussberichten kontextualisiert.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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