Gesellschaft

Madeira bekommt mehr Thunfischquote, doch es fehlen Fischer

Açores und Madeira erhielten 500 Tonnen zusätzliche Quote für atum patudo. In Madeira bremst ein Mangel an Besatzungen und geeigneten Booten die Nutzung des Kontingents.

Açores und Madeira erhalten in diesem Jahr zusätzliche 500 Tonnen der Quote für atum patudo (Thunnus obesus). Die Regionalregierung in Funchal bestätigte am 30. August die Wiederöffnung der Fischerei auf diese Art. Zugleich warnen Verbände und Behörden in Madeira, dass die Region das größere Kontingent kurzfristig kaum ausschöpfen könne: Es fehlen verfügbare Fischer und ausreichend große Fangschiffe.

Nach Angaben der Regierung der Região Autónoma da Madeira ist die Entscheidung Teil der laufenden Bewirtschaftung der nationalen Quote, die zwischen Festland und autonomen Regionen aufgeteilt wird. Regionale Medien wie RTP und DNotícias berichten übereinstimmend, dass die Freigabe der zusätzlichen Menge den gezielten Fang des atum patudo wieder ermöglicht. Der aktuelle Anlass ist die Bestätigung der Aufstockung und der Betriebsstart der Saison in beiden Archipelen.

In Madeira stößt die Praxis jedoch auf strukturelle Grenzen. Die Küstenflotte besteht überwiegend aus kleineren Booten, die häufiger auslaufen müssen und pro Ausfahrt nur begrenzte Mengen anlanden können. Branchenvertreter verweisen außerdem auf einen beschleunigten Personalmangel: Viele erfahrene Seeleute sind im Ruhestand oder wechseln in besser bezahlte Tätigkeiten an Land, etwa im Tourismus und im Baugewerbe. Das verteuert Anwerbung und hält Schiffe im Hafen, obwohl die Fangbedingungen günstig wären.

Die Regionalverwaltung prüft nach eigenem Bekunden Unterstützungsoptionen für kleinere Betriebe, etwa bei Logistik und Vermarktung. Konkrete Maßnahmen oder Fristen wurden bislang nicht mitgeteilt. Aus der Branche ist zu hören, dass Betriebe verstärkt kooperieren oder Aufträge an größere Einheiten vergeben könnten, um die zusätzliche Quote dennoch zu bedienen. Dies könnte jedoch die Wertschöpfung auf Madeira schmälern, wenn Anlandungen vermehrt außerhalb der Insel erfolgen.

Hintergrund ist die internationale Steuerung des Bestands an Thunnus obesus, der im Atlantik unter Quotenbewirtschaftung steht. In Portugal erfolgt die operative Zuteilung über nationale Behörden, während die autonomen Regionen eigene Öffnungen und Schließungen der Fischerei innerhalb ihres Teilkontingents steuern. Der aktuelle Zuwachs um 500 Tonnen für Açores und Madeira ist offiziell bestätigt. Ob und in welchem Umfang Madeira ihn tatsächlich nutzt, hängt nun weniger von der Rechtslage als von verfügbaren Besatzungen, der Ausrüstung im Hafen von Funchal und der kurzfristigen Wirtschaftlichkeit für die Betriebe ab.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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