Luiz Inácio Lula da Silva hat in der ersten Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahl unter den im Ausland registrierten Wählerinnen und Wählern in Portugal die meisten Stimmen erhalten. Nach übereinstimmenden Berichten aus Portugal und Brasilien lagen die Ergebnisse aus Lissabon, Porto und Faro am Wahlabend des 4. Oktober 2026 vor. Zugleich blieb ein außergewöhnlich großer Teil der Wahlberechtigten den Urnen fern: Die Nichtteilnahme in Portugal lag nach vorliegenden Auswertungen bei rund 61 bis 62 Prozent.
Die brasilianische Wahlbehörde Tribunal Superior Eleitoral bestätigte am Abend des 4. Oktober die fortlaufende Totalisierung der Auslandsstimmen. Portugiesische Medien meldeten für Portugal insgesamt rund 26.000 bis 27.000 abgegebene Stimmen, womit das Land erneut zu den größten Wahlkreisen der brasilianischen Diaspora zählt. In Lissabon und Porto erreichte Lula demnach die höchsten Anteile, während die Beteiligung in allen drei Wahlorten deutlich unter dem in früheren Zyklen Beobachteten lag.
Als mögliche Gründe für die geringe Beteiligung nannten diplomatische Stellen und Medienberichte vor allem Termin- und Logistikfaktoren. Die Stimmabgabe fiel auf den Vorabend des portugiesischen Feiertags am 5. Oktober, was die Mobilität vieler Wahlberechtigter einschränkte oder zu Reiseplänen führte. Auch längere Anfahrtswege zu den Wahllokalen und berufliche Bindungen am Wochenende wurden als Hürden genannt. Das Tribunal Superior Eleitoral verwies zugleich auf die standardisierte technische Auszählung und die Möglichkeit, die Resultate nach Konsularbezirken differenziert nachzuvollziehen.
Für das brasilianische Gesamtergebnis im Ausland haben die portugiesischen Resultate symbolisches Gewicht: Portugal ist einer der zahlenstärksten Standorte der brasilianischen Wählerschaft außerhalb des Landes und damit ein aufschlussreicher Indikator für das Wahlverhalten in der Diaspora. Substanziell beeinflussen die Stimmen aus Portugal das landesweite Resultat zwar nur im Rahmen der gesamten Auslandsstimmen, sie werden von Parteien und Kampagnen jedoch aufmerksam gelesen, um Mobilisierungsmuster und regionale Präferenzen zu erkennen.
Prognosen für den zweiten Wahlgang lassen sich aus den portugiesischen Auslandsstimmen allein nicht ableiten. Sicher ist: Die Wahlbehörde wird die Auslandsresultate weiter konsolidieren und nach Konsulatsstandorten ausweisen. Die hier berichteten Zahlen und Befunde beziehen sich auf den Stand vom 4. und 5. Oktober 2026 und werden mit dem Abschluss der amtlichen Totalisierung bestätigt.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).