Kommunen im Baixo Alentejo haben am 15. Oktober die vorgesehene Ansiedlung einer neuen Pilotenschule in Tancos kritisiert und verlangen, das Projekt am Aeroporto de Beja zu realisieren. Auslöser ist das im Privatisierungsverfahren der TAP favorisierte Angebot unter Führung der Lufthansa, das nach übereinstimmenden Medienberichten eine Flugschule am Aeródromo Militar de Tancos vorsieht.
Die kommunalen Spitzen aus Beja und dem Baixo Alentejo argumentieren, die vorhandene zivile Infrastruktur in Beja biete bessere Voraussetzungen für Ausbildung, Wartung und künftige Erweiterungen. Zudem versprechen sie sich eine stärkere regionale Wertschöpfung durch Ausbildungsplätze und Zulieferbetriebe. Tancos liegt im Distrito de Santarém und ist ein militärischer Standort; dort wären Betriebs- und Sicherheitsfragen mit der militärischen Nutzung eng abzustimmen.
Hintergrund ist die von der Regierung vorangetriebene Teilprivatisierung der TAP. Das von der Lufthansa angeführte Konsortium hat laut Berichten konkrete Investitionen in Ausbildung und Infrastruktur genannt. Die Standortwahl Tancos stößt im Süden jedoch auf Widerstand, weil das seit Jahren ausbaufähige Potenzial des zivilen Flughafens Beja aus Sicht der Region erneut unberücksichtigt bleibt. In früheren Debatten hatte die Força Aérea Portuguesa wiederholt auf betriebliche Grenzen bei der zivilen Mitnutzung militärischer Anlagen verwiesen.
Die Kommunen im Baixo Alentejo kündigten an, gegenüber der Regierung für Beja zu werben und die Vorzüge des Standorts detailliert zu belegen. Dazu zählen nach ihren Angaben verfügbare Start- und Landebahnkapazitäten, Flächen für Hangars und die geringere Luftraumkonkurrenz. Zugleich räumen sie ein, dass die Entscheidung im Rahmen der Vertragsverhandlungen zur TAP-Privatisierung letztlich beim Staat liegt.
Gesichert ist: Das favorisierte Angebot nennt Tancos als vorgesehenen Ort für die Pilotenschule. Gesichert ist auch die erneute Forderung mehrerer Gemeinden, die Investition nach Beja zu verlegen. Offen ist hingegen, ob die Standortfrage in den anstehenden Verhandlungen noch verändert werden kann und welche Auflagen aus Verteidigungs- und Luftfahrtrecht dabei zu berücksichtigen wären. Die weiteren Schritte hängen von der Ausgestaltung des Privatisierungsvertrags, ministeriellen Zuständigkeiten und der Koordination zwischen ziviler Luftfahrt und militärischer Nutzung ab.
Die Auseinandersetzung hat überregionale Bedeutung: Es geht um Ausbildungs- und Industriepolitik im Zuge der Neuaufstellung der TAP sowie um die Rolle peripherer Standorte in nationalen Luftfahrtstrategien.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).