Kurzmeldung
Anlässlich des Welt-Schlaganfall-Tags hat das Instituto Nacional de Emergência Médica (INEM) die Bevölkerung in Portugal erneut zur schnellen Alarmierung bei Verdacht auf einen Schlaganfall aufgerufen. Nach Angaben des INEM wurden im Jahr 2025 insgesamt 9.490 Fälle mit Zeichen und Symptomen eines Schlaganfalls präklinisch gemeldet; das entspricht einer rechnerischen Tagesdurchschnittszahl von 26 Verdachtsmeldungen. Die Zahl wurde in Kommunikationen des INEM und in Berichten nationaler Medien veröffentlicht und bezieht sich auf Fälle, die über die Notrufnummer 112 an die Leitstellen gemeldet wurden und in der Rettungssteuerung als Verdacht auf einen Schlaganfall erfasst wurden.
Wichtig ist die Unterscheidung: Es handelt sich um präklinische Verdachtsmeldungen und nicht um abschließend bestätigte Krankenhausdiagnosen. Die Fälle werden in der Regel über die priorisierte Leitlinie Via Verde do AVC in geeignete Krankenhäuser geleitet. Die Direção-Geral da Saúde (DGS) konsolidiert klinische Registerdaten und veröffentlicht finale Zahlen zu bestätigten Diagnosen, Therapiequoten und Behandlungsergebnissen zeitversetzt; die INEM-Daten gelten als Frühindikator der prähospitalen Erkennungs- und Steuerungsleistung.
Das INEM und Fachgesellschaften betonen das enge Zeitfenster für wirksame Akuttherapien: Bei ischämischen Schlaganfällen kann eine intravenöse Thrombolyse häufig bis zu 4,5 Stunden nach Symptombeginn möglich sein; in bestimmten Fällen kommen auch mechanische Thrombektomien in Betracht. Deshalb lautet die praktische Empfehlung bei plötzlicher Halbseitenlähmung, herabhängendem Mundwinkel oder Sprachstörungen: sofort die Notrufnummer 112 wählen, nicht selbst fahren und keine Beobachtungszeiten abwarten.
Fachorganisationen wie Portugal AVC weisen zugleich auf Informationslücken hin, insbesondere bei älteren Menschen und alleinlebenden Personen. Die heute erneuerte Kampagne will die Mitbürgerinnen und Mitbürger daran erinnern, dass frühes Handeln Leben retten und bleibende Schäden reduzieren kann. Behörden kündigen an, die Auswertungen für 2025 weiter mit den Krankenhausregistern abzugleichen und Aktualisierungen zu veröffentlichen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).