Wissenschaft & Technik

Iberischer Ornithologenkongress stellt Datenbank Avotrex zu ausgestorbenen Vögeln vor

In Granada ist heute die Datenbank Avotrex präsentiert worden, ein globaler Datensatz zu mehr als 600 ausgestorbenen Vogelarten. An der Entwicklung wirkten auch portugiesische Forschungseinrichtungen mit.

In Granada ist heute auf dem 27. Congreso Español de Ornitología, zugleich 8. Kongress Ibérico, die Datenbank Avotrex vorgestellt worden. Der global angelegte Datensatz bündelt Informationen zu mehr als 600 Vogel‑Taxa, die seit prähistorischer Zeit bis in die jüngere Vergangenheit verschwunden sind, und ordnet sie nach vermuteten Ursachen, Zeitpunkten und funktionellen Merkmalen. Gastgeber des fünftägigen Treffens ist SEO/BirdLife; Forschende aus Portugal und Spanien sind mit zahlreichen Beiträgen vertreten.

Avotrex beruht auf einer 2024 in der Fachzeitschrift Global Ecology and Biogeography veröffentlichten Studie. Sie erfasst systematisch Arten, Unterarten und inselendemische Populationen, die durch Jagd, eingeführte Prädatoren, Lebensraumverlust oder andere anthropogene Einflüsse ausgestorben sind. Der Datensatz stellt standardisierte Trait‑Profile bereit und verankert die erfassten Taxa in einer Vogelsystematik, sodass Vergleiche über Stammbäume und funktionelle Merkmalsräume möglich werden. Nach Angaben des Teams soll dies helfen, Lücken in der funktionellen Vielfalt zu quantifizieren und die ökologischen Folgen historischer Defaunation abzuschätzen.

An der Arbeit sind neben Gruppen aus Spanien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich auch portugiesische Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter das CE3C – Centre for Ecology, Evolution and Environmental Changes an der Faculdade de Ciências der Universidade de Lisboa sowie Partner in den atlantischen Inselregionen. Für Portugal ist die Datenbank in doppelter Hinsicht bedeutsam: Erstens dokumentiert sie Aussterbeereignisse mit globalem Bezug, die auch europäische Archipele betreffen. Zweitens bietet sie eine methodische Grundlage, um regionale Datensätze zu ergänzen und Risiken für gegenwärtig bedrohte Arten gezielter zu bewerten.

Die Präsentation in Granada zielt laut Programm darauf, Forschenden und Naturschutzbehörden ein einheitliches Referenzwerkzeug zur Verfügung zu stellen. Damit wird ein bereits begutachteter und frei zugänglicher Datensatz in die Praxis getragen. Welche Managementschlüsse sich daraus für einzelne Schutzgebiete in Portugal ziehen lassen, hängt jedoch von weiteren Analysen auf Landes- und Regionalebene ab.

Der Kongress mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern von der Iberischen Halbinsel setzt in diesem Jahr mehrere Schwerpunkte zu Biodiversitätsverlust, Invasionsbiologie und Artenschutzplanung. Mit Avotrex steht nun eine konsistente Grundlage bereit, um Aussterbemuster vergleichbar zu machen und künftige Prioritäten in Forschung und Schutzmaßnahmen datenbasiert zu setzen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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