Kurzmeldung
Die Guarda Nacional Republicana (GNR) hat am 20. Oktober 2026 einen Überblick zu Straftaten im schulischen Umfeld vorgelegt. In ihrem Zuständigkeitsgebiet verzeichnete die Behörde im laufenden Kalenderjahr 1.657 kriminalrechtlich relevante Vorfälle in und an Schulen; 78 dieser Vorkommnisse wurden nach Prüfung der Tatbestände als mit Bullying oder Ciberbullying verbundene Ereignisse eingeordnet. Die GNR weist in der Mitteilung darauf hin, dass Bullying und Ciberbullying in der portugiesischen Strafrechtsordnung nicht als eigenständige Straftatbestände aufgeführt sind; die Zuordnung erfolgt deshalb anhand des konkreten Tatverhaltens zu Delikten wie Verletzung der körperlichen Unversehrtheit, Beleidigung, Drohung oder Nötigung.
Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf Gebiete, in denen die GNR für die Sicherheit rund um Schulen zuständig ist; in städtischen Zentren fällt diese Aufgabe häufig der Polícia de Segurança Pública zu. Deshalb sind die GNR-Zahlen nicht ohne weiteres mit landesweiten Summen gleichzusetzen. In der Mitteilung nennt die GNR zudem eine Aufschlüsselung nach Distrikten, in denen relative Häufungen vermerkt wurden, und hebt Präventionsarbeit hervor: Im Schuljahr 2025/2026 habe das Programm Escola Segura rund 1.845 Sensibilisierungsmaßnahmen durchgeführt und damit etwa 67.117 Kinder und Jugendliche erreicht.
Die GNR ruft in ihrem Schreiben zur konsequenten Meldung von Vorfällen auf und betont das Sichern von Beweismitteln, insbesondere bei digitaler Belästigung, um polizeiliche Ermittlungen zu ermöglichen. Fachleute und Bildungseinrichtungen äußern wiederholt den Bedarf an vergleichbaren, standardisierten Statistiken und an personellen Ressourcen für Prävention — etwa Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, Sozialarbeit und Fortbildungen für Lehrkräfte zur Erkennung von Gewalt- und Intimidationsmustern. Die jetzt von der Guarda veröffentlichten Zahlen liefern eine aktuelle Datengrundlage innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs, erlauben aber keine direkten Aussagen über die Gesamtlage in ganz Portugal ohne Einbeziehung der Daten der PSP und des Bildungsministeriums.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).