Wirtschaft

Gremium Brasilien–Russland–Indien–China–Südafrika fordert Reformen globaler Institutionen

Bei einer Konferenz in der Mesquita de Lisboa am 14. Oktober 2026 forderten Vertreter und Expertinnen aus dem Rahmen der BRICS+ weitreichende Anpassungen der multilateralen Ordnung; es handelte sich um programmatische Forderungen, keine bindenden…

Kurzmeldung

Am 14. Oktober 2026 versammelten sich in der Mesquita de Lisboa rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu der Konferenz „BRICS+ num Mundo Multipolar: Poder, Cooperação e Conflito“, organisiert vom Observatório do Mundo Islâmico. Die Veranstaltung bündelte Beiträge von Diplomatinnen und Diplomaten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie zivilgesellschaftlichen Akteuren. Laut Veranstalter standen Reformen der multilateralen Architektur im Zentrum der Debatten, um die veränderten geopolitischen und wirtschaftlichen Realitäten des 21. Jahrhunderts stärker abzubilden.

Mehrere Rednerinnen und Redner plädierten für Anpassungen der internationalen Finanzarchitektur sowie für strukturelle Änderungen in zentralen Organisationen wie den Vereinten Nationen und der Welthandelsorganisation. Die Argumentation lautete, bestehende Gremien müssten demografische und wirtschaftliche Machtverschiebungen berücksichtigen und demokratischere Entscheidungsprozesse ermöglichen. Vertreterinnen und Vertreter der BRICS+-Initiative stellten die erweiterte Formation als offene Plattform dar, die Ländern des Globalen Südens zusätzliche Verhandlungsoptionen und mehr Gewicht in globalen Foren verschaffen solle.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten ausdrücklich einen inklusiven Anspruch und die Bedeutung friedlicher Kooperation. Konkrete, bindende Beschlüsse wurden in Lissabon nicht gefasst; die Konferenz diente dem Austausch und der Formulierung programmatischer Positionen. Aussagen über eine „Neuordnung“ internationaler Strukturen sind daher als politisches Forderungsbild zu verstehen, das von künftigen Verhandlungen und Mehrheiten in den betroffenen Organisationen abhängig ist.

Für Portugal war die Konferenz von Bedeutung, weil sie den diplomatischen Dialog zu einem international relevanten Thema in Lissabon sichtbar machte und institutionelle Fragen in den öffentlichen Diskurs brachte. Kurzfristig ist mit fachlicher Resonanz zu rechnen; ob die vorgetragenen Reformideen mittelfristig in konkrete Initiativen münden, hängt von den Entscheidungen der beteiligten Staaten und von Koalitionsbildungen in multilateralen Gremien ab. Entscheidend bleibt, ob tragfähige Kompromisse zwischen den Interessen des Globalen Südens und den Prioritäten der etablierten Industrieländer gefunden werden können.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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