Gesellschaft

Gesundheitsbehörde: Risiko des Shamonda-Virus für Menschen in Portugal ist sehr niedrig

Die Direção-Geral da Saúde bewertet das Risiko für die Bevölkerung nach Nachweisen des Shamonda-Virus in portugiesischen Nutztierbeständen und einem ersten gemeldeten humanen Fall in Frankreich als sehr niedrig.

Die Direção-Geral da Saúde (DGS) sieht nach heutigem Kenntnisstand ein sehr niedriges Risiko für Infektionen mit dem Shamonda-Virus (SHAV) in der Bevölkerung Portugals. Die Behörde erklärte am 26. Oktober 2026 gegenüber Lusa, es gebe bislang keine Verdachts- oder bestätigten humanmedizinischen Fälle im Land. Aktueller Anlass der Bewertung sind SHAV-Nachweise in portugiesischen Nutztierbeständen sowie die Meldung eines ersten dokumentierten humanen Falls in Frankreich Anfang Oktober bei einem stark immunsupprimierten Patienten, der verstarb.

Die Direção-Geral de Alimentação e Veterinária (DGAV) bestätigte den Nachweis von SHAV in Viehbetrieben und verstärkte die epidemiologische Überwachung. Koordiniert werden Probenuntersuchungen und der Informationsaustausch mit betroffenen Beständen. Nach amtlichen Angaben handelt es sich bei SHAV um ein Orthobunyavirus aus dem Simbu-Serogruppe-Komplex, das bislang vor allem Rinder und andere Wiederkäuer betrifft. In Europa wurde der Erreger erst seit 2026 in Tierbeständen identifiziert.

Französische Gesundheitsbehörden führen zur Einzelfallanalyse laufende Ermittlungen durch, einschließlich der Abklärung einer wahrscheinlichen Übertragung durch Culicoides-Mücken sowie der Frage, inwieweit das Virus zum Todesfall beigetragen hat. Internationale Stellen wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beobachten die Lage. Nach deren bisheriger Einschätzung ist das Risiko für die Allgemeinbevölkerung in Europa gering, wenngleich Wissenslücken – insbesondere zur Übertragbarkeit auf den Menschen – bestehen.

Die DGS betont, dass ihre Risikobewertung auf den bekannten Eigenschaften des Erregers beruht: Bestätigte Übertragungen auf Menschen waren vor dem in Frankreich gemeldeten Fall nicht dokumentiert. Generelle zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung in Portugal hält die Behörde derzeit nicht für angezeigt. Die routinemäßige Surveillance der Veterinärdienste wurde ausgebaut; medizinische Einrichtungen und besonders vulnerable Patientengruppen werden gezielt informiert.

Portugiesische und europäische Behörden kündigten an, bei neuen Erkenntnissen unverzüglich zu informieren und Empfehlungen anzupassen. Zugleich verweisen Fachleute darauf, dass Präventionsmaßnahmen gegen Mückenstiche – etwa das Vermeiden von Stichen durch Culicoides in betroffenen Regionen – unabhängig von SHAV sinnvoll bleiben. Aussagen und Daten in dieser Meldung beziehen sich auf amtliche Mitteilungen bis einschließlich 26. Oktober 2026.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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