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Gesundheitsbehörde meldet 44 Prozent der Abtreibungen 2025 durch Ausländerinnen

Ein DGS-Bericht weist für 2025 fast 19.000 registrierte Schwangerschaftsabbrüche in Portugal aus; 44,2 Prozent entfielen auf Frauen ohne portugiesische Staatsangehörigkeit. Der Befund löst politische Debatten aus, die Behörde verweist vor allem auf demografische Gründe.

Die Direção-Geral da Saúde hat ihren „Relatório de análise dos registos das interrupções da gravidez em Portugal – 2025“ vorgelegt. Demnach wurden 2025 insgesamt 18.869 Interrupções da Gravidez registriert. 44,2 Prozent dieser Eingriffe entfielen auf Frauen ohne portugiesische Staatsangehörigkeit. Die Gesundheitsbehörde betont, der höhere Anteil spiegele vor allem die demografische Entwicklung wider: Die ausländische Bevölkerung im gebärfähigen Alter sei in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen, entsprechend seien auch die Geburten von Müttern ausländischer Staatsangehörigkeit gestiegen.

Als Kennzahl für den Versorgungsbedarf verweist der Bericht auf stabile Relationen, etwa die Quote bezogen auf 1.000 Lebendgeburten, die in der Gruppe der Ausländerinnen im Beobachtungszeitraum nicht signifikant verändert sei. Aus Sicht der Direção-Geral da Saúde lässt sich aus den Daten daher kein unmittelbarer kausaler Zusammenhang zwischen Staatsangehörigkeit und Inanspruchnahme eines Schwangerschaftsabbruchs ableiten. Die Behörde empfiehlt, Gesundheitsangebote an die demografische Diversität anzupassen und die Information über Verhütung und Beratung zu verbreitern.

Der Befund hat eine politische Auseinandersetzung angestoßen. Der frühere Ministerpräsident Pedro Passos Coelho verwies Mitte Oktober 2026 in der Assembleia da República auf den gestiegenen Anteil von Ausländerinnen an den registrierten Eingriffen. Er sprach von einer „deutlichen Zunahme“ und regte an, die geltenden Regeln zu überprüfen. Die zugespitzte Deutung wird von Fachleuten zurückhaltend bewertet. Gesundheitsforscher und Beratungsstellen verweisen auf strukturelle Faktoren, die die Statistik beeinflussen können: Zugangsbarrieren zu Verhütungsangeboten, Unterschiede im sozioökonomischen Status sowie Integrationsfragen spielen nach ihrer Einschätzung eine Rolle.

Unabhängig von politischen Forderungen leitet die Direção-Geral da Saúde aus den Ergebnissen konkrete Versorgungsfragen ab. Dazu zählen regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit von Leistungen, die Organisation niederschwelliger Beratungsangebote sowie Maßnahmen zur sprach- und kultursensiblen Betreuung. Ziel sei es, die reproduktive Gesundheitsversorgung konsequent bedarfsgerecht auszurichten.

Die aktuelle Veröffentlichung ist der erste umfassende Jahresüberblick seit den pandemiebedingten Verschiebungen in den Vorjahren und bietet eine belastbare Datengrundlage für die öffentliche Debatte. Während politische Schlussfolgerungen noch zu klären sind, zeichnet der Bericht ein nüchternes Lagebild: Die Zahl der registrierten Abbrüche bewegt sich im nationalen Vergleichsrahmen, der Anteil der Ausländerinnen erklärt sich vor allem demografisch. Ob und welche gesetzlichen Anpassungen daraus folgen, ist eine politische Entscheidung, die weitergehende Analysen und eine breite parlamentarische Diskussion voraussetzt.

Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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