Wirtschaft

Galp und Agronomie-Institut präsentieren in Lissabon den Agrivoltaik-Wein Luz da Tapada

Galp und das Instituto Superior de Agronomia haben am 24. September 2026 in der Tapada da Ajuda erste Ergebnisse eines Pilotprojekts zur Agrivoltaik in Weinbergen vorgestellt und den Wein Luz da Tapada aus der…

Galp und das Instituto Superior de Agronomia der Universität von Lissabon haben am 24. September 2026 in der Tapada da Ajuda in Lissabon ein gemeinsames Pilotprojekt zur Agrivoltaik in Weinbergen vorgestellt und den Wein Luz da Tapada aus der Lese 2025 präsentiert. Die Partner bezeichnen das Vorhaben als ersten in Portugal erzeugten Wein, dessen Trauben unter teilverschattenden Photovoltaikmodulen gereift sind.

Die Versuchsanlage kombiniert Rebstöcke mit über den Zeilen installierten Photovoltaikmodulen. Nach Angaben der Projektpartner verringert die Teilverschattung die direkte Sonneneinstrahlung und kann die Verdunstung aus dem Boden senken. Erste Messreihen deuten demnach darauf hin, dass sich der Wasserhaushalt unter Hitze- und Dürrebedingungen verbessern lässt. Gleichzeitig erzeugt die Anlage elektrische Energie – ein Ansatz, der eine doppelte Flächennutzung für Landwirtschaft und erneuerbare Stromproduktion erprobt.

Bei der Veranstaltung in der Tapada da Ajuda wurden Versuchsdesign und Monitoring erläutert, darunter Vergleichsparzellen mit und ohne Modulüberspannung. Die Partner stellten Messdaten aus der Saison 2025 vor und organisierten eine öffentliche Blindverkostung des Weins, um sensorische Unterschiede zwischen Trauben aus beschatteten und unbeschatteten Bereichen zu prüfen. Eine Ankündigung zur kommerziellen Markteinführung von Luz da Tapada erfolgte nicht; die Probe diente dem wissenschaftlichen Vergleich.

Unabhängige, begutachtete Auswertungen liegen bislang nicht vor. Fachleute verweisen darauf, dass für belastbare Aussagen zur Übertragbarkeit weitere Daten zu Modulhöhe, Beschattungsgrad, Sortenwahl, Bewässerung und mehrjährigen Effekten erforderlich sind. Die Projektpartner kündigten an, die Messungen fortzuführen und die Ergebnisse in geeigneten Formaten zu veröffentlichen.

Politisch wird das Vorhaben als Modellfall für die Flächennutzung in Portugal gesehen. Es adressiert praktische Fragen, wie sich Anbau und Photovoltaik technisch, rechtlich und förderseitig miteinander vereinbaren lassen. Der Standort auf dem Gelände des Instituto Superior de Agronomia erleichtert die enge Verzahnung von agrarwissenschaftlicher Forschung, energiewirtschaftlicher Bewertung und Ausbildung.

Nach eigenem Verständnis positioniert sich Galp mit dem Projekt im Feld der agrarischen Klimaanpassung und der dezentralen Erzeugung erneuerbarer Energie. Das Instituto Superior de Agronomia bringt Standortwissen aus dem Weinbau der Region Lissabon ein. Ob und in welchem Umfang die nun in Lissabon getestete Lösung auf andere portugiesische Weinbaugebiete übertragen werden kann, hängt von weiteren Ergebnissen und standortspezifischen Randbedingungen ab.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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