Die portugiesische Energiefirma Galp hat am 26. Oktober 2026 das Aus der Gespräche mit den Anteilseignern der Moeve über eine mögliche Kombination der Geschäftsbereiche Raffination und Vertrieb bekanntgegeben. Eine wirtschaftliche Einigung sei nicht erzielt worden, teilte das Unternehmen mit. Operative Abläufe und die strategische Ausrichtung des Downstream-Portfolios blieben davon unberührt, hieß es weiter.
Parallel veröffentlichte Galp vorläufige Zahlen für das dritte Quartal 2026. Das bereinigte Konzernergebnis (RCA) stieg demnach auf 682 Millionen Euro, ein Zuwachs von 68 Prozent im Jahresvergleich. Das Management führte die Entwicklung auf robuste operative Beiträge aus dem Upstream, solide Raffineriemargen sowie stärkere Handelsaktivitäten auf internationalen Märkten zurück. Auf dieser Basis hob Galp die Prognose für das bereinigte EBITDA 2026 von vier auf fünf Milliarden Euro an und verwies auf ein diversifiziertes Portfolio aus Förderung, Raffination, Handel und Energietransitionsprojekten.
An der Euronext Lissabon geriet die Aktie unter Druck: Am Vormittag verlor Galp rund neun Prozent, der Leitindex PSI drehte ins Minus. Marktteilnehmer begründeten die Kursreaktion mit der abgeblasenen Zusammenführung im Downstream sowie mit der Einpreisung jüngster Rohstoff- und Margensignale. Galp betonte, Wertpotenziale im eigenen Downstream-Geschäft weiter heben zu wollen und seine Kapitalallokation unverändert an Cash-Generierung und Investitionsdisziplin auszurichten.
Zum Investitionsprogramm nannte das Unternehmen Projekte zur Dekarbonisierung, darunter Vorhaben für grünen Wasserstoff und fortschrittliche Biokraftstoffe in Sines sowie Zukäufe im Bereich erneuerbarer Energien auf der Iberischen Halbinsel. Angaben zu Zeitplänen und finanziellen Effekten blieben in der Mitteilung übergreifend; detaillierte Kennzahlen sollen mit dem vollständigen Quartalsbericht folgen.
Galp und Moeve hatten seit Jahresbeginn Optionen für eine größere Integration der Aktivitäten in Raffination und Vertrieb ausgelotet. Mit dem nun bestätigten Ende der Gespräche entfällt die in Branchenkreisen diskutierte Bildung eines größeren iberischen Verbundes im klassischen Treibstoffgeschäft. Das Unternehmen fokussiert sich nach eigenen Angaben auf organische Effizienzsteigerungen und die schrittweise Umlenkung von Investitionen in Übergangstechnologien. Für Anleger rücken damit kurzfristig die Umsetzung des Ausblicks, die Entwicklung der Margen und die Kapitalverwendung in den Mittelpunkt.
In Portugal hat die Entscheidung Signalwirkung für den Markt: Der gescheiterte Deal hält den Wettbewerb im Tankstellen- und Produktgeschäft fragmentiert, während zugleich die Transformation der Raffineriestandorte – insbesondere in Sines – an Bedeutung gewinnt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).