Wirtschaft

Galicien und Nordportugal vertiefen wirtschaftliche Zusammenarbeit

Vertreter aus Galicien und Nordportugal haben in Baiona eine engere industrielle Kooperation und Investitionsförderung verabredet; konkrete Beschlüsse stehen aus.

Vertreter aus Galicien und Nordportugal haben am 29. September 2026 in Baiona eine vertiefte wirtschaftliche Zusammenarbeit angekündigt. Beim von ASIME organisierten „Encuentro Internacional Galicia–Portugal“ bekräftigten regionale Institutionen und Branchenverbände den Willen zu mehr gemeinsamer Industriepolitik, abgestimmter Investitionsförderung und neuen grenzüberschreitenden Projekten. Die nationale Agentur für Investitionsförderung und Außenhandel Portugals, AICEP, war Partner der Veranstaltung.

Álvaro Santos, Präsident der Comissão de Coordenação e Desenvolvimento Regional do Norte (CCDR-NORTE), sprach von einer „neuen Etappe“ der Integration innerhalb der Euroregion. Er hob die Bedeutung gemeinsamer industrieller Vorhaben, der Innovationsvernetzung und der Stärkung der Exportfähigkeit beider Gebiete hervor. Konkrete rechtsverbindliche Beschlüsse wurden nicht gemeldet; die Beteiligten skizzierten jedoch Prioritäten und nächste Arbeitsschritte.

In den Diskussionen wurden vor allem das Metall- und Maschinenbaugewerbe sowie damit verbundene Technologien genannt. Neben AICEP nahmen unter anderem ASIME und das galicische Förderinstitut IGAPE teil. Ziel ist es, Projektpipelines grenzüberschreitend zu entwickeln, Förderkriterien abzustimmen und Unternehmen bei Internationalisierung und Skalierung zu unterstützen.

Der Gesprächsrahmen baut auf bestehenden Instrumenten auf. Genannt wurde insbesondere die grenzüberschreitende Forschungs- und Innovationsstrategie RIS3T für Galicien und Nordportugal. Sie soll helfen, Schwerpunkte in Forschung, Infrastruktur und Clusterentwicklung zu harmonisieren. Darüber hinaus verweisen die Beteiligten auf europäische Strukturfondsprogramme und regionale Entwicklungsplanungen, die eine Kofinanzierung gemeinsamer Vorhaben ermöglichen.

Für Unternehmen in der Euroregion könnten sich daraus bessere Planbarkeit, abgestimmte Förderkulissen und Zugang zu komplementären Wertschöpfungsketten ergeben. Für die Verwaltungen geht es um die Koordinierung von Investitionsprioritäten und die Beschleunigung von Genehmigungen bei Projekten mit beidseitigem Nutzen. Risiken bestehen in der praktischen Angleichung von Verfahren, der Sicherstellung langfristiger EU-Kofinanzierung und der Vermeidung von Doppelstrukturen.

Zeitpläne, Budgetrahmen oder neue formelle Abkommen wurden in Baiona nicht beschlossen. Die Umsetzung hängt von nachgelagerten Verwaltungsakten, Förderaufrufen und Projekteinreichungen ab. Die Ankündigungen stehen im Kontext einer seit Jahren wachsenden grenzüberschreitenden Vernetzung in Nordportugal und Galicien, erhalten mit der jüngsten Zusammenkunft aber einen aktualisierten politischen Auftrag. Damit gewinnt die Euroregion an Sichtbarkeit in einer Phase, in der europäische Industriepolitik stärker auf Resilienz, Technologietransfer und regionale Spezialisierung setzt.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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