Wissenschaft & Technik

Forscher beschreiben 66 Millionen Jahre alte Amphibienart aus den Pyrenäen

Ein Team aus Portugal und Spanien hat Fossilien aus Arén in Huesca als neue Art der ausgestorbenen Albanerpetontidae beschrieben. Beteiligt ist die Universidade NOVA de Lisboa; die Studie erschien am 6. November in Cretaceous…

Ein Forschungsteam aus Portugal und Spanien hat eine neue Amphibienart aus der Endphase der Kreidezeit beschrieben. Grundlage sind winzige, vielfach fragmentierte Schädel- und Wirbelreste aus der Tremp-Formation bei Arén in der Provinz Huesca. Die Fossilien werden auf etwa 66 Millionen Jahre datiert und liegen damit unmittelbar vor der Kreide-Paläogen-Grenze. Die formale Beschreibung erschien am 6. November in der Fachzeitschrift Cretaceous Research. An der Arbeit beteiligt ist die Faculdade de Ciências e Tecnologia der Universidade NOVA de Lisboa.

Die Autoren ordnen das Tier den Albanerpetontidae zu, einer ausgestorbenen Gruppe kleiner, salamanderähnlicher Lurche mit charakteristischen Schädel- und Kiefermerkmalen. Aus den erhaltenen Strukturen leiten sie ab, dass die neue Art eine Zwischenstellung innerhalb der bekannten Formenvielfalt einnehmen könnte – zwischen schlankeren und robusteren Bauweisen, die sich in der späten Kreidezeit ausprägten. Solche Funde sind selten, weil die Knochen dieser Tiere sehr klein und brüchig sind und daher häufig nur in verstreuten Einzelfragmenten erhalten bleiben.

Geborgen wurden die Fossilien bereits 1997 in Ablagerungen der Ribagorça-Region. Die Pyrenäen um Arén haben in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach bedeutende Wirbeltierfossilien geliefert, darunter Dinosaurier- und Krokodilreste. Der neue Nachweis erweitert dieses Bild um eine weitere Amphibienlinie und ermöglicht Vergleiche mit gleich alten Fundstellen in Europa, Nordamerika und Asien. Nach Darstellung der Forschenden lassen sich daraus erste Hinweise auf mögliche Verbreitungswege ableiten; belastbare biogeographische Muster erfordern jedoch zusätzliche Funde und Analysen.

Für Portugal ist die Beteiligung der Universidade NOVA de Lisboa wissenschaftlich relevant. Sie unterstreicht den Beitrag portugiesischer Forschung zur Erschließung der späten Kreidefauna der Iberischen Halbinsel. Zudem zeigt der Fund, wie wichtig iberische Schichten wie die Tremp-Formation für das Verständnis der Ökosysteme kurz vor dem Massenaussterben an der Kreide-Paläogen-Grenze sind.

Die Autoren betonen zugleich die Grenzen der Aussagekraft: Aufgrund der fragmentarischen Erhaltung bleiben Rekonstruktionen von Körperbau und Lebensweise vorläufig. Weitere Funde aus denselben Horizonten könnten klären, ob die beobachteten Merkmale auf eine lokale Sonderform, eine linienübergreifende Anpassung oder auf individuelle Variation zurückgehen.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk