Wirtschaft

Finanzminister: Staatsschuld bleibt Priorität, Quote soll 2027 unter 85 Prozent fallen

Joaquim Miranda Sarmento betonte in Lissabon, die Staatsschuld müsse Kern der Haushaltspolitik bleiben. Der Haushaltsentwurf sieht für 2027 eine Quote von 84,5% des BIP vor.

Der portugiesische Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento hat in Lissabon bekräftigt, dass die Staatsschuld die zentrale Leitlinie der Haushaltspolitik bleibt. Er verwies auf den Haushaltsentwurf für 2027, der im Parlament liegt und eine Schuldenquote von 84,5% des BIP für das kommende Jahr ansetzt – klar unter der Schwelle von 85 Prozent, die die Regierung als Referenzmarke nennt.

Der Entwurf Orçamento do Estado 2027 war am 8. Oktober der Assembleia da República zugeleitet worden. Laut Begleitdokumenten rechnet das Finanzministerium damit, dass die Quote von geschätzt 87,5 Prozent im Jahr 2026 auf 84,5 Prozent im Jahr 2027 sinkt. Sarmento verknüpfte dieses Ziel mit einer strikten Haushaltskonsolidierung und warnte vor parlamentarischen Änderungen, die das Defizit erhöhen und die Schuldenkurve wieder ansteigen lassen könnten. Prognosen zum Verlauf bleiben abhängig von Konjunktur, Zinsen und externen Schocks, betonte der Minister.

Begründet wird die erwartete Entlastung durch einen geplanten Primärüberschuss und nominales Wachstum. In der makroökonomischen Projektion der Regierung werden höhere Einnahmen sowie Vorsicht bei laufenden Ausgaben als tragende Faktoren genannt. Die Annahmen stehen unter dem Vorbehalt der parlamentarischen Beratungen und der späteren Validierungen durch nationale und europäische Institutionen. Unabhängige Endwerte für 2027 liegen naturgemäß noch nicht vor.

Eine tatsächliche Reduktion der Quote unter 85 Prozent hätte Signalwirkung über Portugal hinaus. Sie würde die Verschuldung näher an den Durchschnitt der Eurozone rücken und könnte die Refinanzierungsbedingungen erleichtern. Für die Politik ergeben sich daraus jedoch Zielkonflikte: Zwischen der Disziplin, die für das Schuldenziel nötig ist, und dem Druck, zusätzliche Ausgaben für soziale, steuerliche oder investive Vorhaben zu beschließen. Sarmento machte deutlich, dass aus Sicht der Regierung die Stabilität der Staatsfinanzen Vorrang habe.

Der Minister sprach am 13. Oktober 2026 in Lissabon, nachdem Medien seine Aussagen zur Schuldenentwicklung aufgegriffen hatten. Die verwendeten Kennzahlen entsprechen den im Haushaltsdossier veröffentlichten Planwerten. Die portugiesische Bezeichnung Dívida pública wird in den Regierungsunterlagen und in der Parlamentsdebatte verwendet; maßgeblich für die Bewertung sind die im Entwurf dokumentierten Quoten und Annahmen des Finanzministeriums.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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